Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Steglitz-Zehlendorf erhält auf dem Platz des 4. Juli einen neuen klimaresilienten, grünen Freiraum. Zwischen Osteweg und Goertzallee werden auf der denkmalgeschützten Fläche 12.000 Quadratmeter entsiegelt und von Asphalt befreit. Die Maßnahme sichert als ökologischer Ausgleich den Ausbau der neuen Fernbahngleise südlich des Bahnhofs Südkreuz.

Visualisierung des Platzes des 4. Juli © Henningsen Landschaftsarchitekten

Die Renaturierung des Areals ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Stadträume sowohl historisch erhalten, als auch im Sinne der Anpassung an den Klimawandel zukunftsgerichtet umgestaltet werden können.

Der neue Freiraum entsteht in direkter Nachbarschaft zum Wohnquartier auf dem Gebiet des ehemaligen Telefunkenwerks, in dem der 27.000 Quadratmeter große und seit über 80 Jahren komplett asphaltierte Platz auf einer Fläche von 12.000 Quadratmetern entsiegelt und begrünt wird. Die renaturierte Bodenoberfläche kann zukünftig anfallendes Wasser besser aufnehmen und speichern und das Regenwasser effizienter versickern lassen. Dies trägt dazu bei, sowohl die Kanalisation, als auch das Abwassersystem bei Starkregenereignissen zu entlasten. 

Mehr Grün und Bäume

39 zusätzlich angepflanzte überwiegend kleinkronige Bäume schaffen ein angenehmes Mikroklima in unmittelbarer Umgebung des Wohnquartiers. Im Fokus stehen gebietsheimische Arten wie z.B. Wild-Obstgehölze, die den veränderten klimatischen Bedingungen standhalten und die Klimaresilienz insgesamt stärken. Sie ergänzen die vorhandenen 14 Linden auf der Seite des angrenzenden Parkfriedhofs Lichterfelde. Durch die Entsiegelungsmaßnahme werden auch die Standortbedingungen und die Vitalität der vorhandenen Bäume gefördert, die Luftqualität in den umliegenden Stadtteilen durch Schadstoffbindung und Sauerstoffproduktion verbessert und wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen. 

Baustart noch in diesem Jahr

Mit Abschluss der Ausführungsplanung erfolgt bis zum Sommer dieses Jahres die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen, bevor voraussichtlich im August mit den Entsiegelungsmaßnahmen begonnen werden kann. Die Entsiegelung des Platzes des 4. Juli findet gemeinsam mit der Entwicklung der Teilabschnitte des Mauergrünzugs entlang des ehemaligen Grenzstreifens zwischen den Bezirken Pankow, Mitte und Reinickendorf statt. Diese Maßnahmen sind Teil der trassenfernen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Dresdner Bahn. Um südlich des Bahnhofs Südkreuz neue Fernbahngleise östlich der bestehenden S-Bahn-Trasse zu errichten, werden die notwendigen Eingriffe in den Naturhaushalt durch Maßnahmen kompensiert, die einen ökologischen Ausgleich schaffen. Die Planung und Realisierung des Projekts wird von der Grün Berlin GmbH im Auftrag der DB InfraGO AG übernommen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 790.000 Euro, die Arbeiten sollen im zweiten Quartal 2025 abgeschlossen sein. 

Downloads  mit Visualisierung und Plangrafik zum Projekt: siehe Link

Grün Berlin
Grün Berlin ist als landeseigenes Unternehmen zuverlässiger Partner für eine klimaschonende und klimaresiliente Stadtentwicklung. Grün Berlin entwickelt, baut und betreibt grüne und blaue Infrastrukturen, urbane Freiräume, Parks, öffentliche Bauten und nachhaltige Mobilitäts- und Verkehrslösungen. Zu Grün Berlin zählen die Grün Berlin GmbH, Grün Berlin Stiftung, Grün Berlin Service GmbH GB infraVelo GmbH und GB infraSignal GmbH. 

 

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