Rolle des Garten- und Landschaftsbaus im Klimawandel
Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) thematisierte auf seinem Sommerfest am 25. August im Arboretum Ellerhoop die Rolle des Garten- und Landschaftsbaus bei der Bewältigung des Klimawandels. Verbandspräsident Mirko Martensen hob die Bedeutung der Branche für die Klimaanpassung hervor.
Martensen betonte, dass der Klimawandel mit Phänomenen wie Starkregen, Stürmen und Hitzewellen konsequentes Handeln erfordere. Landschaftsgärtner leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Abmilderung dieser Folgen.
Wir Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Wir machen das Land sozusagen klimafit.
Der Präsident des FGL S.-H. rief die Fachbetriebe dazu auf, die zukünftigen Aufgaben engagiert anzugehen und ihre Unternehmen zukunftsfähig auszurichten. Gleichzeitig forderte er von der schleswig-holsteinischen Landesregierung positive Signale für die regionale Wirtschaft, um bürokratische Hemmnisse abzubauen.
Martensen unterstrich die wachsende Relevanz der Fachkräfte im Garten- und Landschaftsbau. Begriffe wie Schwammstadt, Hitzestau, Gründächer und Fassadenbegrünung seien zentrale Arbeitsfelder. Die Branche gestalte aktiv grün-blaue Infrastrukturen, grüne Freiflächen sowie begrünte Dächer und Fassaden. Dies trage zur Kühlung von Hitzeinseln, zum Regenwassermanagement und zur Verbesserung des Stadtklimas bei.
Trotz des Fachkräftemangels sieht Martensen eine Chance für die Branche. Der Beruf biete die Möglichkeit, lebenswerte Lebensräume für kommende Generationen zu gestalten. Durch moderne Betriebsführung, die Verbindung von Ökologie und Ökonomie sowie die Erschließung neuer Arbeitsbereiche könnten junge Menschen für den Beruf des Landschaftsgärtners begeistert werden.
In unserem Beruf helfen wir dabei, lebenswerte Lebensräume für kommende Generationen zu gestalten. Wir tun das, was junge Menschen heute mit Recht von uns erwarten. Wenn wir unsere Betriebe modern aufstellen und uns nicht nur als Klimaretter darstellen, sondern diese Passion leben. Wenn wir Ökologie und Ökonomie verbinden und die Arbeitsbereiche der Zukunft erschließen, begeistern wir junge Menschen und motivieren sie, Landschaftsgärtnerin oder Landschaftsgärtner zu werden!
Martensen äußerte sich auch kritisch zur aktuellen politischen Situation. Obwohl die Auftragslage noch gut sei, könnten Einbußen in anderen Branchen, wie dem Hochbau, mittelfristig auch den Garten- und Landschaftsbau betreffen. In dieser Phase seien politische Rahmenbedingungen erforderlich, die Unternehmen unterstützen und Vertrauen in den Wirtschaftszyklus schaffen.
Aktuell ist unsere Auftragslage noch gut, aber viele Branchen wie der Hochbau verzeichnen bereits deutliche Einbußen, die mittelfristig auch im Garten- und Landschaftsbau ankommen werden. In diesen fragilen Zeiten brauchen wir politische Rahmenbedingungen, die positive Signale setzen, hier ansässige Unternehmen unterstützen sowie Ruhe und Zuversicht in den wirtschaftlichen Kreislauf bringen. Stattdessen haben wir es in Schleswig-Holstein mit einer bürokratischen Maschinerie zu tun, die neue Projekte und Investitionen lähmt und blockiert. Das ist absurd, wir verwalten uns zu Tode!
Ein parlamentarischer Abend am 21. September soll den Dialog zwischen Politikern der Landesregierung und Vertretern der Grünen Landesverbände fördern, um über aktuelle Bedarfe und zukünftige Zusammenarbeit zu sprechen. Der im Juli erzielte Tarifabschluss, der für 24 Monate Sicherheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Garten- und Landschaftsbau gewährleistet, wurde als positive Grundlage für diese Gespräche bewertet.
Das Arboretum in Ellerhoop bot den Rahmen für den Austausch zwischen den Mitgliedern und Fördermitgliedern des FGL S.-H. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit für eine Führung durch den Baumpark. Achim Meierewert, Geschäftsführer des FGL S.-H., dankte dem Förderkreis Arboretum Baumpark Ellerhoop-Thiensen für die Gastfreundschaft an diesem Ort, der sich dem Erhalt heimischer Gehölze und Arten widmet.


