Naturnahe Schulgelände: Vorteile und Umsetzung
Im Gegensatz zu versiegelten Flächen können Schulwäldchen große Mengen Wasser aufnehmen und bei hohen Temperaturen Feuchtigkeit an die Umgebungsluft abgeben. Eine grüne Umgebung trägt dazu bei, Stress zu reduzieren, die Lernbereitschaft zu erhöhen und die Bewegungsfreude zu steigern. Zudem bieten diese Wäldchen einen Lebensraum für diverse Tier- und Pflanzenarten. Die Pflanzung der Wäldchen, bestehend aus heimischen Sträuchern und Bäumen, erfolgt im Herbst 2024 und Frühling 2025 unter aktiver Beteiligung der Schülerinnen und Schüler.
Noch immer sind viele Schulgelände in Deutschland triste Betonwüsten. Schülerinnen und Schüler sind den Auswirkungen der Klimakrise in jeder Pause ausgeliefert, sie leiden unter Hitze, Lärm und Staub. Mit unseren Schulwäldchen schützen wir die Kinder und schaffen einen Ort, an dem sie sich gerne aufhalten. Sie können die Natur direkt auf dem Schulgelände erleben und wichtige Erfahrungen für ihre Entwicklung sammeln. Damit unsere Pilotprojekte Schule machen, fordern wir die Bundesregierung auf, Mindeststandards für eine naturnahe und klimaangepasste Schulgeländegestaltung festzulegen.
Dies betont Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Jamie Chan, Leiterin des Urban Greening Programms bei TNC Europe, ergänzt:
Wir glauben fest an naturbasierte Lösungen für widerstandsfähige Kommunen und Klimawandelbewältigung. Schulwäldchen-Projekte zeigen, wie lokale Maßnahmen selbst im kleinen Maßstab große Wirkung entfalten können – sei es durch Biodiversitätsförderung, Hitzereduktion oder Naturerlebnisse für Kinder. Indem wir SchülerInnen in die Pflanzung und Pflege einbeziehen, schaffen wir nicht nur grünere Schulhöfe, sondern fördern auch ein Verständnis für die Bedeutung der Natur in der Klimaanpassung. Die Programmunterstützung für die Deutsche Umwelthilfe stärkt unser Ziel, nachhaltige und lebenswerte städtische Räume zu schaffen.
Hintergrund und politische Forderungen
Ein Großteil der deutschen Schulgelände ist stark versiegelt. Viele dieser Flächen wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren unter dem Aspekt der Sauberkeit und Zugänglichkeit angelegt. Auch neu geplante Schulgelände weisen oft eine Dominanz von Asphalt-, Beton- oder Pflasterflächen auf. Die DUH setzt sich für eine umfassende Umgestaltung von Schulhöfen ein. Sie unterstützt Schulen in verschiedenen Bundesländern mit Workshops und finanziellen Mitteln. Darüber hinaus ruft die Organisation die Bevölkerung in Deutschland dazu auf, durch Anträge in ihren jeweiligen Städten die Schaffung grüner Schulhöfe zu fordern.
