Konjunkturerwartung im Aufwind: Positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft
Die deutschen Verbraucher schätzen die wirtschaftliche Entwicklung im weiteren Jahresverlauf positiv ein. Die Konjunkturaussichten stiegen im Juli zum fünften Mal in Folge. Der Indikator gewann 3,3 Zähler und erreichte 44,6 Punkte, was einem neuen Drei-Jahres-Hoch entspricht. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Juli 2014 mit 45,9 Zählern gemessen.
Die deutsche Wirtschaft läuft aus Sicht der Bundesbürger auf Hochtouren, gekennzeichnet durch sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Beschäftigungszahlen. Diese Entwicklung wird durch die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und moderate Ölpreise unterstützt.
Weltwirtschaftliche Risiken wie die Brexit-Verhandlungen, drohende Handelsbeschränkungen der amerikanischen Regierung und die Beziehungen Deutschlands zur Türkei haben die Konsumenten bisher nicht beeinflusst, stellen jedoch eine potenzielle Bedrohung für das Konjunkturklima dar.
Einkommenserwartung erreicht neues Hoch: Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Die positiven Konjunkturaussichten wirken sich auch auf die Einkommenserwartungen aus. Der Einkommensindikator übertraf den Rekordwert des Vormonats leicht und stieg nach einem Plus von 0,7 Zählern auf 60,9 Punkte. Dies ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.
Grundlage dieser Einkommenseuphorie ist der Arbeitsmarkt in Deutschland. Laut Bundesagentur für Arbeit nehmen Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter zu. Die Zahl der Erwerbstätigen soll in diesem Jahr um mehr als eine halbe Million steigen. Aktuell sind weniger als 2,5 Millionen Personen arbeitslos gemeldet, der niedrigste Wert seit 1991.
Anschaffungsneigung mit leichten Einbußen: Konsumlaune bleibt bestehen
Die Kauflaune der Bundesbürger bleibt trotz eines leichten Rückgangs der Anschaffungsneigung im Juli bestehen. Der Indikator sank um 3,1 Zähler auf 54,8 Punkte. Die Konsumlaune wird im Wesentlichen durch die Beschäftigungssituation in Deutschland gestützt, da das Risiko eines Jobverlusts für die meisten Arbeitnehmer gering ist.
Diese Planungssicherheit ermöglicht private Haushalte, Anschaffungen zu tätigen, auch solche mit hohem finanziellem Risiko. Die Konsumneigung wird zudem durch eine geringe Sparneigung verstärkt, die aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB weiterhin unattraktiv bleibt.
Konsumklima weiterhin aufwärtsgerichtet: Prognose für das Jahresende
Nach 10,6 Zählern im Juli prognostiziert GfK für August einen Anstieg auf 10,8 Punkte. Die Konsumstimmung in Deutschland bleibt somit aufwärtsgerichtet. GfK bestätigt die Prognose vom Jahresbeginn, wonach der reale private Konsum in diesem Jahr um etwa 1,5 Prozent steigen wird. Die Binnennachfrage wird somit auch 2017 eine wesentliche Stütze der deutschen Konjunkturentwicklung sein.
Obwohl die Signale für den inländischen Konsum, wie Beschäftigung, Einkommen und Zinsen, positiv sind, birgt die Entwicklung im Ausland Risiken. Die Brexit-Verhandlungen, die Handelspolitik der amerikanischen Regierung und die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei haben sich bisher nicht messbar auf die Konsumstimmung ausgewirkt. Eine Verschärfung dieser Faktoren könnte jedoch das Konsumklima belasten.
