Deutsche Erfahrungen mit Qualitätskriterien und Evaluierung
Das BfN präsentierte in Sydney die deutschen Erfahrungen mit Qualitätskriterien und der Evaluierung von National- und Naturparken. Die Präsidentin des Bundesamtes, Prof. Beate Jessel, betonte in einer Plenarsitzung die Notwendigkeit von Mindeststandards:
Damit Schutzgebiete die ihnen rechtlich und naturschutzfachlich zugedachte Wirkung entfalten, sind bestimmte Mindeststandards, die sie zu erfüllen haben, unerlässlich. Hinzu kommt ein kompetentes Management. Das BfN hat dazu gemeinsam mit Europarc Deutschland ein System von Qualitätskriterien entwickelt. Diese bilden heute die Grundlage für Evaluierungsprozesse und die fachliche Bewertung neuer Nationalpark-Vorschläge. Obwohl die Kriterien nicht rechtlich verbindlich sind, konnten damit bereits vorhandene Schwächen identifiziert und deutliche Verbesserungen beim Management vieler Schutzgebiete erreicht werden. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Konzept auch für andere Teile Europas aber auch weltweit von Bedeutung sein kann.
Der World Parks Congress findet alle zehn Jahre statt. Unter dem Motto „Parks, People, Planet – Inspiring Solutions“ diskutierten über 5.000 Teilnehmer über die Zukunft von Schutzgebieten und deren Bedeutung als Lebensgrundlage für den Menschen sowie als Basis für nachhaltiges Wirtschaften und Wohlbefinden.
Globale Bedeutung von Schutzgebieten und Ökosystemleistungen
Weltweit tragen Regierungen, Gemeinden, Organisationen und Einzelpersonen mit über 200.000 Schutzgebieten zum globalen Schutzgebietsnetzwerk bei. Dieses Engagement bildet die Grundlage für die dauerhafte Bereitstellung von Ökosystemleistungen durch Schutzgebiete. Nur so kann der Beitrag von Schutzgebieten zum Erhalt der Biodiversität, zum Klimaschutz, zur Wasser- und Nahrungsversorgung sowie für Erholung und Tourismus langfristig gesichert werden.
Im Rahmen des Kongresses stellten die IUCN und das BfN die Ergebnisse eines Forschungsprojektes vor, das vom BfN gefördert wurde. Dieses Projekt befasste sich mit der Erfassung und Bewertung von Ökosystemleistungen und dem Nutzen von UNESCO-Weltnaturerbestätten. Die Ergebnisse zeigen, dass 55 % der über 200 Weltnaturerbestätten einen wichtigen Beitrag zur lokalen Wirtschaft leisten und weitere Leistungen erbringen. Dazu äußerte sich BfN-Präsidentin Jessel:
Wie wichtig die monetäre Bewertung von Ökosystemleistungen für die Kommunikation mit der Bevölkerung oder anderen Sektoren auch sein mag, wir dürfen nicht vergessen, dass Welterbestätten keines „Preisschildes“ bedürfen: Ihr Eigenwert allein rechtfertigt ihren langfristigen Erhalt.
