Einzigartiger Nestbau und Schutzmechanismus der Ameisenmauer-Wespe
Wegwespenweibchen bauen üblicherweise allein ein Nest, das aus mehreren Kammern besteht. Jede Kammer wird mit einer Spinne versehen, die zuvor durch einen Stich gelähmt wurde und dem Nachwuchs als Nahrung dient. Die „Ameisenmauer-Wespe“ folgt diesem Muster, unterscheidet sich jedoch in einem wesentlichen Punkt: Sie füllt die Zelle am Nesteingang nicht leer, sondern mit toten Ameisen.
Die Untersuchungen der Wissenschaftler belegen, dass diese Ameisenmauer einen effektiven Nestschutz bietet. Im Vergleich zu anderen Wespenarten aus demselben Lebensraum wird der Nachwuchs der „Ameisenmauer-Wespe“ seltener von Feinden attackiert. Die Forscher vermuten, dass das Nest durch die Ameisenmauer einen Geruch annimmt, der dem Nest einer wehrhaften Ameisenart ähnelt und potenzielle Feinde abschreckt. Der genaue Mechanismus dieses Verteidigungssystems ist Gegenstand weiterer Forschung.
Die Entdeckung einer neuen Art wirft neue Fragen auf. Wir wollen verstehen, warum Artenvielfalt für ein funktionierendes Ökosystem wichtig ist.
Die Forschungsarbeiten fanden im Rahmen der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe „Biodiversity-Ecosystem Functioning (BEF) China“ statt.
