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Biologische Kornkäferbekämpfung: Hohenheimer Zuchtbox vor Markteinführung

Wissenschaftler der Universität Hohenheim entwickeln eine optimierte Methode zur biologischen Kornkäferbekämpfung: die Hohenheimer Zuchtbox. Ziel ist die Marktreife, wobei die Entwicklung einer versandgeeigneten Verpackung im Fokus steht. Das Projekt wird mit 180.000 Euro gefördert.

Optimierte Methode zur Schädlingsbekämpfung

Die biologische Bekämpfung des Kornkäfers mittels Lagererzwespen ist ein etabliertes Verfahren. Wissenschaftler der Universität Hohenheim entwickeln eine optimierte Methode: die Hohenheimer Zuchtbox. Ziel ist es, diese zur Marktreife zu bringen, wobei die Entwicklung einer versandgeeigneten Verpackung im Fokus steht. Das Projekt wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit 180.000 Euro gefördert.

Kornkäfer können in Getreidelagern erhebliche Schäden verursachen, die bis zum Totalausfall der Ernte reichen können. Die nur etwa einen Millimeter große Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) bekämpft den Schädling, indem sie in befallenen Weizenkörnern die Larven des Kornkäfers aufspürt. Sie durchsticht die Kornschale und legt ihre Eier auf den Kornkäferlarven ab oder zapft diese an.

Bisher werden die Wespen vom Züchter an den Lagerhalter versandt und dort freigelassen. Die Hohenheimer Zuchtbox soll diesen Prozess verbessern. Erste Ergebnisse der aktuellen Versuche werden Ende 2015 erwartet.

Funktionsweise der Zuchtbox

Ein wesentlicher Vorteil der Hohenheimer Zuchtbox liegt in ihrer Anwendung direkt im Getreidelager. Die Boxen enthalten Lagererzwespen, die vor Ort schlüpfen und kontinuierlich ausschwärmen, um Kornkäfer zu bekämpfen. Frisch geschlüpfte Wespen sind besonders agil. In den Boxen befinden sich Schwarzaugenbohnen, in denen sich Bohnenkäferlarven entwickeln. Auf diesen Larven legen die Lagererzwespen ihre Eier ab und vermehren sich so in der Zuchtbox.

Durch ein Sieb im Deckel verlassen die ausgewachsenen Lagererzwespen die Box und suchen im Getreidelager nach Kornkäferlarven. Die Maschenweite des Siebes ist so bemessen, dass nur die Lagererzwespen entweichen können, während die Bohnenkäfer in der Box verbleiben. In Spitzenzeiten sollen über 200 junge Lagererzwespen gleichzeitig aus einer Box schlüpfen. Die Zuchtbox soll Landwirten einen Schutz vor dem Kornkäfer für sechs bis sieben Monate bieten.

Entwicklung und Markteinführung

Seit Anfang des Jahres arbeiten Prof. Dr. Johannes Steidle und Doktorandin Steffi Niedermayer mit zwei Partnerfirmen an der Marktreife der Box. Der Vertrieb der Hohenheimer Zuchtbox könnte, wenn die Entwicklung erfolgreich verläuft, bis 2016 beginnen. Ein zentraler Aspekt der aktuellen Forschung ist die Entwicklung einer versandfähigen Verpackung. Derzeit werden Suppendosen auf ihre Eignung für den Transport der Insekten getestet.

Parallel zur Entwicklung der Zuchtbox suchen die Hohenheimer Wissenschaftler nach weiteren Methoden zur Früherkennung von Schädlingen und nach geeigneteren Wespenstämmen. Insbesondere wird nach hitzebeständigeren Stämmen der Lagererzwespe gesucht, die auch hohen Temperaturen in Getreidelagern standhalten können. Eine detaillierte Kostenkalkulation für die Zuchtbox steht noch aus. Ziel ist es, einen Preis zu erzielen, der unter den Kosten konventioneller Bekämpfungsmethoden wie der Begasung liegt.

08.07.2014

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