Internationale Forstbranche rückt nachhaltige Zertifizierung stärker in den Fokus
Die internationale Organisation PEFC hat ihre 18. Generalversammlung in Kuala Lumpur abgehalten und damit ein zentrales Signal für die globale Zusammenarbeit in der nachhaltigen Forstwirtschaft gesetzt. Rund 100 Vertreter nationaler Zertifizierungssysteme, Verbände und internationaler Stakeholder kamen zusammen, um über strategische Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen zu beraten.
Als höchstes Entscheidungsgremium von PEFC bildet die Generalversammlung die Grundlage für die Weiterentwicklung der Standards und die internationale Ausrichtung der Organisation. Gastgeber war Malaysia, das seine Rolle im Bereich nachhaltiger Waldbewirtschaftung weiter ausbauen will.
Nachhaltige Waldbewirtschaftung im Fokus
Die Bedeutung nachhaltig bewirtschafteter Wälder stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Für viele Länder ist die Holzindustrie ein zentraler Wirtschaftsfaktor, weshalb die langfristige Verfügbarkeit von Ressourcen strategisch entscheidend ist.
„Dies ist ein historischer Moment für Malaysia. Das Land ist dazu entschlossen, seine Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, um von den ökologischen, ökonomischen und sozialen Leistungen der Wälder zu profitieren.“
Auch auf internationaler Ebene wurde die Rolle von PEFC hervorgehoben. Die Organisation setzt Standards für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft und trägt dazu bei, Wertschöpfungsketten nachhaltig auszurichten.
„Was wir tun, schafft Werte für künftige Generationen“
Neue Vizepräsidentin aus Deutschland
Im Rahmen der Versammlung wurde Natalie Hufnagl-Jovy zur Vizepräsidentin von PEFC International gewählt. Sie ist Fachreferentin für europäische und internationale Forstpolitik bei der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und wurde von PEFC Deutschland nominiert.
Zusätzlich wurden zwei internationale Organisationen als Stakeholder aufgenommen: die European Timber Trade Federation (ETTF) und das International Council of Forest and Paper Associations (ICPFA). Damit erweitert PEFC sein Netzwerk entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Forst- und Holzbranche.
Forest Certification Week fördert Austausch
Begleitend zur Generalversammlung fand erstmals die „Forest Certification Week“ statt. Die Veranstaltungsreihe bot Organisationen, Unternehmen und Verbänden eine Plattform für Austausch, Weiterbildung und internationale Vernetzung.
Zu den Formaten gehörten unter anderem der vierte PEFC Stakeholder Dialogue sowie verschiedene Trainingsseminare und Side Events. Ziel war es, Wissen zu teilen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze für globale Herausforderungen zu entwickeln.
„Wir befinden uns momentan in einer Art Teufelskreis. Viele tropische Länder, die sich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung verschreiben möchten, sehen sich dem Problem gegenüber, dass sie einerseits von skrupellosen Akteuren, die nicht nachhaltiges und illegales Holz verkaufen, vom Markt verdrängt werden, und dass sie andererseits einen immer höheren Aufwand betreiben müssen, um auf Märkten mit hohen und teuren Legalitätsanforderungen tätig werden zu können.“
Gleichzeitig wurde der Dialog als positives Signal für die Branche bewertet und als wichtiger Schritt hin zu mehr internationaler Zusammenarbeit gesehen.
PEFC als führendes Zertifizierungssystem
PEFC gilt weltweit als größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch unabhängige Zertifizierung. Holz und Holzprodukte mit PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial verantwortungsvoller Forstwirtschaft.
Auch in Deutschland ist PEFC stark vertreten: Mit über 7,4 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche – rund zwei Drittel der gesamten Waldfläche – ist die Organisation führend im Bereich nachhaltiger Waldzertifizierung und ein wichtiger Partner für die Holz- und Bauwirtschaft.
