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Die Zeit scheint reif für den Bioblumentopf

Biologisch abbaubare Blumentöpfe aus nachwachsenden Rohstoffen könnten bald den Plastiktopf ersetzen. Eine Studie der LWG zeigt vielversprechende Ergebnisse und ebnet den Weg für eine nachhaltigere Zukunft im Gartenbau.

Anforderungen an Biotöpfe und historische Entwicklung

Die Entwicklung abbaubarer Töpfe ist nicht neu. Gartenbauingenieurin Eva-Maria Geiger erinnerte an frühere Versuche:

Ums Jahr 1995 herum gab es Töpfe aus Altpapier. Doch sie verrotteten schneller, als die Pflanze wachsen konnte. Den Gärtnern zerfiel die Ware, die Töpfe sahen rasch hässlich aus und die Kunden hatten schmutzige Finger.

Später kamen Töpfe aus Kokosfasern auf den Markt. Diese erwiesen sich jedoch als ungeeignet für moderne Arbeitsgeräte in Gärtnereien. Obwohl Pflanzen darin gut wuchsen und das Material gut verrottete, konnte es sich nicht durchsetzen. Die Erfahrungen zeigten, dass Ersatzstoffe für Plastikblumentöpfe vielfältige Anforderungen erfüllen müssen. Pflanzen sollen darin gut wachsen und die Topfwände durchwurzeln können.

Die Gefäße müssen über den Verkaufszeitpunkt hinaus ästhetisch ansprechend bleiben und erst im Erdreich oder auf dem Komposthaufen schnell verrotten. Zudem müssen sie trotz feuchter Erde in Gärtnereien ausreichend stabil sein, um modernen Topfmaschinen und Fluttischen standzuhalten.

Testergebnisse und Materialinnovation

Im Test der LWG erfüllte der Bio-Topf einer Schweizer Firma alle gestellten Anforderungen. Dieses Produkt überzeugte zusätzlich durch die Ökobilanz seiner Produktion. Die Hersteller suchten lange nach einem neuartigen Verbundstoff aus Naturfasern nachwachsender Rohstoffe und natürlichen Bindemitteln.

Kurze Transportwege waren uns genauso wichtig wie unser Anspruch, dass für das neue Material keine Nahrungsmittel benutzt werden dürfen.

Ursprünglich wurde Chinaschilf als mögliche Lösung in Betracht gezogen. Letztendlich erwies sich Reis als die geeignetste Pflanze. Der getestete Bio-Pot wird aus den Spelzen von Reiskörnern hergestellt, einem Abfallprodukt aus der italienischen Po-Ebene. Zur weiteren Verbesserung der Ökobilanz ist geplant, die Töpfe künftig in den Regionen zu produzieren, in denen sie vertrieben werden.

Zukunftsaussichten

Der Präsident der Firma Napac, Beda Murer, kündigte an, dass Bio-Pots bereits im kommenden Jahr in vielen Bereichen der grünen Branche den herkömmlichen Plastiktopf ersetzen werden. Verhandlungen mit Pflanzenzüchtern, Gartencentern und Discountern laufen derzeit.

Der Prozess weg vom Plastiktopf hat begonnen. Er ist unumkehrbar.

03.07.2009

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

An der Steige 15
97209Veitshöchheim
Deutschland

Tel.:+49 931 9801-0
Fax:+49 931 9801-3100

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