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Digitalisierung in der Landwirtschaft: Chancen, Risiken und Prioritäten

Die Digitalisierung bietet Landwirten in Ackerbau und Tierhaltung große Chancen zur Optimierung von Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit. Eine Umfrage zeigt Erwartungen, Risiken und Prioritäten auf, wobei Datensicherheit und die Nutzung von Big Data im Fokus stehen.

Optimierungspotenziale durch digitale Technologien

Die Digitalisierung wird in Ackerbau und Tierhaltung als Instrument zur Verbesserung des Ressourcenschutzes und der Wirtschaftlichkeit betrachtet. Eine Umfrage des DLG-Trendmonitors Europe aus dem Frühjahr 2017 zeigt, welche Erwartungen Landwirte an die Digitalisierung knüpfen.

In Deutschland befragte Landwirte sehen die Hauptchancen der Digitalisierung in Optimierungsmöglichkeiten. Die digitale Erfassung von Daten auf Feld und im Stall kann beispielsweise eine bedarfsgerechtere Ausbringung von Nährstoffen ermöglichen und somit Nährstoffverluste reduzieren. Durch die Verknüpfung digitaler Boden- und Ertragskarten mit Düngebedarfen und elektronischer Prozesssteuerung sollen Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingespart werden.

Ein weiterer Vorteil wird in der vereinfachten Dokumentation von Produktionsprozessen gesehen. Die automatische Erfassung von Informationen kann den zeitlichen Aufwand für die Dokumentation erheblich verringern. Rund 60 Prozent der befragten Landwirte in Deutschland erwarten zudem eine Unterstützung bei Entscheidungen, um die Qualität dieser Entscheidungen zu verbessern.

Datensicherheit als zentrales Risiko

Als größtes Risiko der Digitalisierung identifizieren die befragten Landwirte in Deutschland die Datensicherheit. Unsicherheiten entstehen hierbei durch die Komplexität der Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei der Nutzung digitaler Produkte. Eine hohe Priorität wird daher der Regelung beigemessen, dass der Betriebsleiter die Nutzung von Betriebs- und Geschäftsdaten vor jeder Verwendung explizit freigeben muss. Dies soll gewährleisten, dass der Überblick darüber erhalten bleibt, wer welche Daten für welche Auswertungen nutzt und wie diese gegebenenfalls geschäftlich verwertet werden können.

Prioritäten bei der Datennutzung

Die befragten Betriebsleiter in Deutschland bewerten die Datennutzung für die Wirtschaftlichkeitsanalyse, die Entscheidungsunterstützung und die Übertragung von Betriebsdaten für die Flächenantragstellung als sehr wichtig oder wichtig. Rund 60 Prozent der Landwirte sehen auch die Entwicklung von Big Data-Anwendungen als sehr wichtig oder wichtig an. Für eine effektive Nutzung von Big Data-Anwendungen ist es entscheidend, die richtigen Fragen für die gewünschten Auswertungen zu stellen. Nur strukturierte Auswertungen, die auf betriebliche Fragestellungen zugeschnitten sind, können aus großen Datenmengen nutzbringende Informationen generieren.

Die Speicherung von Betriebsdaten in der Cloud wird von etwa 80 Prozent der befragten Landwirte als weniger wichtig oder unwichtig eingestuft. Dies liegt zum einen an der in vielen Regionen noch unzureichenden datentechnischen Infrastruktur, die einen reibungslosen Zugang mit schnellen Übertragungsraten erschwert. Zum anderen bestehen Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit, was die Bereitschaft zur Cloud-Nutzung aktuell eher verhalten ausfallen lässt.

Bei der Datenübertragung innerhalb der Wertschöpfungskette zeigt sich ein differenziertes Bild: Etwa die Hälfte der befragten Landwirte hält dies für sehr wichtig/wichtig, während die andere Hälfte es als weniger wichtig/unwichtig einstuft. Diese Einschätzung hängt von der jeweiligen Integration mit Geschäftspartnern in der Wertschöpfungskette ab.

Cloudsoftware im Ackerbau

Rund ein Viertel der in Deutschland befragten Ackerbauern bewertet Cloudsoftware als Standardsoftware im Betrieb als sehr wichtig oder wichtig. Etwa ein Drittel ist der Ansicht, dass Cloudsoftware für die Entscheidungsunterstützung sehr wichtig oder wichtig ist. Für die Mehrheit der Marktfruchterzeuger sind diese Anwendungsfälle aktuell von geringem Interesse. Es bleibt abzuwarten, ob Pioniere des Cloudcomputing in der Landwirtschaft den Weg für eine breitere Anwendung dieser Systeme ebnen werden.

25.06.2017

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