Effizientere Pilzdiagnose durch Fluoreszenztechnologie
Für die Diagnose parasitärer Pilze bei Mensch, Tier und Pflanzen hat der Mikroskop-Hersteller Hund das Modell Medicus mit einem LED-Fluoreszenzmodul entwickelt. In Kombination mit dem Fluoreszenzmarker Mykoval ermöglicht dieses System einen schnelleren und sichereren Nachweis als die herkömmliche Hellfeld-Untersuchung.
Befinden sich Pilze in einem Nativpräparat, lagert sich der Farbstoff an bestimmte Polysaccharide und das Chitin der Zellwände an. Im Okular oder auf dem Kamerabild entsteht ein kontrastreiches und hochaufgelöstes Bild: Die gesuchten Elemente fluoreszieren im UV-Licht weißlich-blau vor einem schwarzen Hintergrund. Die Fluoreszenz-Methode wird aufgrund ihrer höheren Sensitivität und Spezifität als überlegen betrachtet, insbesondere in diagnostisch schwierigen Situationen. Eine zeitaufwendige Kultivierung der Zellen ist nicht erforderlich.
Ein weiterer Vorteil ist, dass menschliches Keratin nur gering angefärbt wird. Im Rahmen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) der deutschen Krankenversicherung besteht zudem eine spezielle Abrechnungsmöglichkeit.
Vergleich mit anderen Nachweisverfahren
Neben Fluoreszenz und Hellfeld sind weitere Nachweisverfahren möglich. Eine Auswertung von ungefärbtem Material ist jedoch wegen des geringen Kontrastes unsicher. Im Phasenkontrast verbessert sich die Situation, allerdings nur bei dünnen Präparaten. Selbst bei einer Färbung mit Methylenblau oder Tinte bleibt die Gefahr falsch-negativer Befunde hoch. Zudem ist die lange Anfärbezeit nicht praxisgerecht. Das Fluoreszenzverfahren gilt hingegen als Referenz für sichere Diagnosen innerhalb weniger Minuten.
Das Medicus-System
Mit der Medicus-Serie hat Hund ein preisgünstiges Routinemikroskop auf den Markt gebracht, das Arbeiten im Hellfeld, Dunkelfeld und Phasenkontrast ermöglicht. Fluoreszenz-Untersuchungen sind mit einem separaten LED-Illuminator durchführbar, der zwischen Stativ und Binokulartubus eingesetzt wird. Dieses Bauteil eignet sich auch zur Nachrüstung an vorhandenen Mikroskopen der Marken Hund und Will. Durch die Verwendung langlebiger LEDs als Lichtquelle reduzieren sich die Betriebskosten auf ein Minimum. Lampenhaus und Vorschaltgerät, wie sie bei konventionellen Fluoreszenz-Mikroskopen üblich sind, entfallen bei diesem System.
