Herausforderungen und Fördermaßnahmen in der Forstwirtschaft
Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, thematisierte bei der 69. Tagung des Deutschen Forstwirtschaftsrates in Warnemünde den Zustand der deutschen Wälder. Im Fokus standen Dürreschäden, Klimaschutz und die Waldstrategie 2050 des Bundesministeriums.
Vor rund 150 Zuhörern wies Dr. Aeikens auf die Dringlichkeit der Situation hin:
Der Klimawandel ist da. Er wird uns wohl noch viele Jahre begleiten. Er erfordert Anpassungen in den Wäldern und in unseren Köpfen.
Er führte aus, dass die Forstwirtschaft durch die Sturmschäden im Winterhalbjahr 2017/2018 sowie die längste Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, gefolgt von einer Borkenkäfergradation, stark betroffen sei.
Der Bund habe auf diese Entwicklungen reagiert. Eine Maßnahme war die Aufhebung des Kabotageverbots beim LKW-Transport. Zudem wurden im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) neue Fördermaßnahmen zur Bewältigung der Schäden initiiert. Der Bundestag stellte hierfür zweckgebunden zusätzliche 25 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren bereit. Diese Mittel ergänzen die bestehenden GAK-Mittel des Bundes für den Wald, die jährlich etwa 30 Millionen Euro betragen. Die Umsetzung der Fördermaßnahmen obliegt der Zuständigkeit der Länder.
Dr. Aeikens betonte die Zielsetzung der GAK-Mittel:
Mir ist wichtig, dass die GAK-Mittel die Waldbesitzer in die Lage versetzen sollen, Maßnahmen für ihren Wald zu ergreifen. Wir wissen, dass dies letztlich der ganzen Gesellschaft zugutekommt. Denn die Wälder sind unverzichtbar.
Abschließend hob er die Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz hervor. Laut dem Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik wären die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland ohne das System Wald – Forst – Holzverwendung um 14 Prozent höher. Diese Leistung bewirtschafteter Wälder wird im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung anerkannt, wo die Charta für Holz 2.0 einen prominenten Platz einnimmt. Die Charta für Holz 2.0 zielt darauf ab, die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu steigern.
