Die Grüne Stadt

Klimaanpassung in Kommunen: Drei-Punkte-Plan gegen Hitze, Dürre und Hochwasser

Bundesumweltministerin und kommunale Spitzenverbände haben einen Drei-Punkte-Plan zur Klimaanpassung vereinbart. Ziel ist die Implementierung von Maßnahmen gegen Hitze, Dürre und Hochwasser. Die Umsetzung ist noch vor der Sommerpause geplant.

Hintergrund: Klimawandel fordert Kommunen heraus

Die Auswirkungen des Klimawandels manifestieren sich lokal in Form von Hitzewellen, Dürreperioden, Starkregenereignissen, Hochwasser und Waldbränden. Diese Phänomene belasten die Gesundheit der Bevölkerung, die Infrastruktur sowie die Land- und Forstwirtschaft und die Wasserversorgung. Bereits 2008 wurde mit der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) ein Rahmen geschaffen, der kontinuierlich weiterentwickelt wird. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen ist dabei von Bedeutung.

Die Säulen des Drei-Punkte-Plans

Der vereinbarte Drei-Punkte-Plan umfasst folgende Initiativen:

  • Bundesweites Beratungszentrum für Klimaanpassung: Eine zentrale Anlaufstelle soll Kommunen bei der Entwicklung individueller Anpassungskonzepte, der Öffentlichkeitsarbeit und als „Lotse“ unterstützen. Das Zentrum soll bis Sommer 2021 seine Arbeit aufnehmen.
  • Einsatz lokaler Anpassungsmanager*innen: Über ein Förderprogramm des BMU wird ein nachhaltiges Anpassungsmanagement vor Ort etabliert. Anpassungsmanager*innen sollen die Umsetzung von Konzepten begleiten und die Ausrichtung auf Umwelt- und Klimaverträglichkeit sicherstellen. Erste Ausschreibungen sind ab Mitte 2021 vorgesehen.
  • Wettbewerb „Blauer Kompass“ für innovative Kommunen: Innovative Projekte zur Klimaanpassung werden zukünftig auch in einer eigenen Kategorie für Kommunen ausgezeichnet. Ziel ist es, vorbildliche Projekte sichtbar zu machen und andere Kommunen zu inspirieren. Das Wettbewerbsbü soll bis Sommer 2021 seine Arbeit aufnehmen.

Perspektiven aus Politik und Kommunen

Die Folgen des Klimawandels machen vor allem den Kommunen zu schaffen. Jede Kommune ist anders betroffen. Deshalb sorge ich noch vor der Sommerpause für bessere Beratung und bessere Förderung. Klimaangepasste Städte sind lebenswerter – mit mehr Grün, mehr Wasser, besserem Stadtklima und höherer Aufenthaltsqualität.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze betont die Notwendigkeit spezifischer Unterstützung für Kommunen. Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages, hebt hervor, dass der Plan Forderungen der Städte aufgreift und einen ersten Schritt darstellt.

Wie wir heute bauen, bestimmt auf lange Sicht das Leben in unseren Städten. Der Drei-Punkte-Plan greift Forderungen aus den Städten auf und unterstützt ihren Einsatz für eine nachhaltige Klimafolgenanpassung. Das ist ein erster Schritt, dem weitere folgen müssen.

Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags, unterstreicht die Bedeutung einer zielgenauen Beratung und Unterstützung angesichts regional unterschiedlichster Auswirkungen des Klimawandels.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind regional sehr unterschiedlich. Der Drei-Punkte-Plan kann einen wichtigen Beitrag leisten, um Kommunen zielgenau zu beraten und zu unterstützen.

Ralph Spiegler, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, fordert für die Klimaanpassung klare Strategien, finanzielle Unterstützung und ein enges Zusammenwirken von Bund, Ländern und Kommunen.

Klimaanpassung erfordert klare Strategien – von mehr Grün und Blau über energieeffizientes Bauen bis hin zu klimagerechter Mobilität. Dafür brauchen Kommunen finanzielle Unterstützung und ein enges Zusammenwirken von Bund, Ländern und Kommunen.

Klimaanpassung als Beitrag zur Lebensqualität

Maßnahmen wie begrünte Dächer und Fassaden, Wasserflächen, verschattete Plätze sowie eine klimagerechte Stadt- und Mobilitätsentwicklung tragen dazu bei, Hitze zu lindern, die Biodiversität zu fördern und die Lebensqualität zu steigern. Die Anpassung an den Klimawandel wird somit als Vorsorge und als zentraler Baustein für die Entwicklung nachhaltiger und lebenswerter Kommunen betrachtet.

23.03.2021

Zurück