Allgemeines, Beratung und Planung

Alleen im Bestand nicht gefährden: Appell an die Länder

Eine Fachtagung in Osnabrück endete mit einem dringenden Appell an die obersten Straßenbaubehörden der Länder. Eine Resolution fordert die Verringerung der in den ESAB vorgesehenen Abstandswerte, um den Alleenschutz zu gewährleisten.

Interdisziplinärer Dialog und Bestandsaufnahme zum Alleenschutz

Die von der DBU geförderte Tagung brachte Experten aus Denkmalpflege, Naturschutz, Landschaftsarchitektur, Biologie, Baumpflege, Geschichte, Recht, Städtebau, Tourismus und Verkehr zusammen. Sie diskutierten interdisziplinär alle Sichtweisen zum Thema Alleen.

Erstmalig haben namhafte Experten aus Denkmalpflege, Naturschutz, Landschaftsarchitektur, Biologie, Baumpflege, Geschichte, Recht, Städtebau, Tourismus und Verkehr alle Sichtweisen interdisziplinären Wissens über Alleen gebündelt und im Dialog diskutiert.

In Deutschland sind zwölf Prozent der überörtlichen Straßenkilometer, insgesamt 23.200 Kilometer, von Alleen gesäumt. Davon befinden sich etwa 18.000 Kilometer in den ostdeutschen Bundesländern.

Eine im Vorfeld der Tagung durchgeführte Bestandsaufnahme zeigte, dass diese Alleen durch Straßenbau, Abgase, Streusalz, Krankheiten und falsche Behandlung, insbesondere durch Überalterung der Bäume, stark gefährdet sind.

Die im Vorfeld dieser Tagung erstmalig vorgenommene Bestandsaufnahme zeigt, dass diese Alleen durch Straßenbau, Abgase, Streusalz, Krankheiten und falsche Behandlung vor allem durch Überalterung der Bäume stark gefährdet sind.

Ingo Lehmann, Vorsitzender der ASG, und Dr. Michael Rohde, Gartendirektor der SPSG, hatten in der Buchdokumentation „Alleen in Deutschland“ 50 Experten zu Wort kommen lassen.

Forderung nach Bewusstseinswandel für den Alleenschutz

Die Experten der DBU-Tagung äußerten Bedenken, dass die ESAB zur Vernachlässigung oder gar Verhinderung von Neu- und Nachpflanzungen führen könnten. Eine verbindliche Umsetzung würde aufwändige, zeitraubende und kostenintensive Grundstücksverhandlungen nach sich ziehen.

Die Resolution richtete sich insbesondere an die nordrhein-westfälische Landesregierung, die Trägerin der „100-Alleen-Initiative“ ist. Sie wurde aufgefordert, die ESAB nicht als Richtlinie für Landesstraßen einzuführen, um den Alleenschutz langfristig zu sichern.

Es wurde ein Bewusstseinswandel gefordert, da dem nationalen Kulturerbe Alleen eine deutliche Marginalisierung und letztlich der Verlust drohe. Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Pflege der Alleen seien daher dringlicher denn je. Das während der Tagung vorgestellte DBU-Förderprojekt „Pflege und Unterhalt der historischen Alleen in Schleswig-Holstein“ habe neue Erkenntnisse zur naturschutzfachlichen Wertigkeit von Alleen ergeben.

Alleen gehören zu unserem Kontinent wie zu keinem anderen. Sie sind Teil unserer europäischen Kulturgeschichte.

Dr. Rohde betonte die Bedeutung der Alleen als Teil der europäischen Kulturgeschichte. Er hob hervor, dass mehr über die Bedeutungsvielfalt und Lebensgrundlagen von Alleebäumen aufgeklärt werden müsse, um Schutz und Pflege zu verbessern. Dazu sei es auch notwendig, Alleenbestände zu aktualisieren und zu bewerten.

Dr. Rohde zeigte sich zuversichtlich, dass die DBU als Tagungsort für dieses identitätsstiftende Thema ideal sei, da hier Synergien zwischen Kulturgüter- und Naturschutz strategisch gebündelt würden. Er sah es als hoffnungsvolles Zeichen für die Zukunft der Alleen in Deutschland, dass der entscheidende Impuls zum Umdenken und zum Ziel des Alleenschutzes und -erhalts von diesem Ort ausgehe.

21.11.2006

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt

An der Bornau 2
49090Osnabrück
Deutschland

Tel.:0541 9633-0
Fax:0541 9633-190

E-Mail:
Web: 

Zurück