Hydroponischer Anbau schont natürliche Böden und Ressourcen
Die Landwirtschaft ist essenziell für die Lebensmittelversorgung. Traditionelle Anbaumethoden führen jedoch oft zu einem Übermaß an Düngemitteln, die nicht vollständig von den Pflanzen aufgenommen werden. Dies kann zur Belastung von Wasser, Luft und Böden mit Stickstoff führen und Ökosysteme beeinträchtigen. Zudem ist die Landwirtschaft zunehmend von Klimaveränderungen wie Dürre- und Hitzeperioden betroffen.
Franz-Peter Heidenreich, Leiter des DBU-Referats Wasser, Boden, Infrastruktur, sieht in neuen Bewirtschaftungsformen wie dem hydroponischen Anbau eine Möglichkeit, diesen Herausforderungen zu begegnen und die negativen Umweltauswirkungen zu minimieren.
Das ist ein effizientes, erdloses Verfahren mit minimalem Einsatz von Wasser, Dünger und Energie – genau angepasst an den Bedarf der Pflanzen.
Hydroponische Anbausysteme können zudem das Risiko von Schädlingsbefall reduzieren, wodurch der Einsatz von Pestiziden entfallen kann.
Smartes Anbausystem von „Pflanzentheke“ für lokale Versorgung
Die hydroponische Farm von Pflanzentheke ermöglicht es, lokal und ressourcenschonend frisches Gemüse anzubauen. Dies gilt für Hobbygärtner, landwirtschaftliche Betriebe und öffentliche Einrichtungen, unabhängig von der Bodenbeschaffenheit.
Bei gleichem Ertrag benötigt unser System etwa 85 Prozent weniger Wasser und Dünger im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft.
Laut Dr. Michael Müller, Geschäftsführer von Pflanzentheke, gewinnt der regionale Anbau nicht nur aus Umweltschutzgründen, sondern auch aufgrund instabiler globaler Lieferketten an Attraktivität. Die Mini-Farm des DBU-geförderten Startups kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich aufgestellt werden.
Daten zur optimalen Nährstoffversorgung, Temperatur oder Wassermenge werden direkt an eine App gesendet und sind dort über das Smartphone einsehbar.
Technik verbessern und Daten generieren mit DBU-Förderung
Prototypen der Mini-Farm sind bereits auf dem Hochschulgelände in Betrieb. Mit Unterstützung der DBU-Förderung und in Kooperation mit der Hochschule Osnabrück sowie einem regionalen Spezialunternehmen sollen die digitale, automatisierte Mess- und Regelungstechnik weiterentwickelt und notwendige Daten für den Anbau verschiedener Gemüsepflanzen gesammelt werden.
In diesem Jahr plant das Startup Pilotprojekte mit Gartenbaubetrieben und Kommunen. Langfristig soll ein umfassender Service angeboten werden, der von der Konzeption und dem Vertrieb der Anlagen über eine Datenübersicht bis zur Beratung reicht.

