Allgemeines

Edelgemüse aus Deutschland: Die Spargelzeit beginnt

Die Spargelernte in Deutschland startet früher dank moderner Anbaumethoden. Folienanbau ermöglicht eine gezielte Steuerung des Pflanzenwachstums und reduziert den Bedarf an Importspargel. Frische und regionale Herkunft sind entscheidend für den besten Geschmack.

Moderne Anbaumethoden ermöglichen frühe Ernte des Edelgemüses

Früher begann die deutsche Spargelernte wetterbedingt erst in der zweiten Aprilhälfte. Um das Edelgemüse früher anbieten zu können und die Nachfrage nach Importspargel zu reduzieren, setzen deutsche Spargelanbauer auf moderne Anbaumethoden.

Ein zentrales Element ist der Folienanbau. Ralf Große Dankbar, Berater für Spargelanbau bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, bezeichnet diesen als alternativlos. Die Abdeckung aus zweifarbigem Kunststoff ermöglicht es, das Pflanzenwachstum gezielt zu steuern.

Folien beeinflussen das Wachstum der Spargelpflanzen

Spargelpflanzen überwintern etwa 40 Zentimeter unter der Erde. Sie beginnen mit dem Austrieb, sobald die Bodentemperatur zehn Grad Celsius erreicht. Wärmere Temperaturen fördern das Wachstum der Sprossen.

Während der farblose Trieb anfangs etwa einen Zentimeter pro Tag wächst, können es bei wärmeren Temperaturen bis zu fünf Zentimeter täglich sein. Durch die Ausrichtung der Folie kann dieser Prozess beeinflusst werden:

  • Wird die schwarze Folienseite nach oben gelegt, wärmt die Sonne den Erddamm stärker auf, was ein früheres Sprießen der Sprossen bewirkt.
  • Wird die weiße Seite nach oben gelegt, werden die Sonnenstrahlen reflektiert. Dies verzögert einen unerwünschten Temperaturanstieg im Boden und bremst das Wachstum bei warmem Wetter.

Der Folienanbau reduziert zudem den Bedarf an Importspargel mit langen Transportwegen. Das verwendete Folienmaterial kann über viele Jahre wiederverwendet und anschließend recycelt werden. Auch Importspargel aus Griechenland und Peru wird zu 100 Prozent unter Folie angebaut.

Ein weiterer Vorteil des Folienanbaus ist der Schutz der Spargelköpfe vor Sonnenlicht, wodurch sie weiß bleiben und nicht lila verfärben. Zudem bleiben die Köpfe geschlossen und blühen nicht auf.

Bodenbeschaffenheit prägt den Geschmack des Spargels

Die Beeinflussung des Wachstums gilt sowohl für frühe als auch für späte Spargelsorten. Diese unterscheiden sich laut Große Dankbar nicht im Geschmack, aber in ihrer Erntezeit.

Spargelanbauer setzen oft auf mehrere Sorten, um über die gesamte Spargelsaison, von Anfang April bis zum Johannistag am 24. Juni, frisches Edelgemüse anbieten zu können. Die Triebe können etwa sechs Wochen lang geerntet werden, danach muss die Pflanze austreiben, um neue Kraft zu sammeln.

„Größeren Einfluss auf den Geschmack des Spargels als die Sorte hat der Boden“, sagt Große Dankbar.

Neben dem Anteil von Lehm, Sand und Humus beeinflusst auch die Bodentemperatur Geschmacksunterschiede. Alle deutschen Anbauregionen und Spargelsorten haben laut dem Experten eine Gemeinsamkeit: Sie schmecken hervorragend.

Frische ist entscheidend für den Spargelgenuss

Spargel sollte möglichst frisch verzehrt werden. Ralf Große Dankbar empfiehlt daher Edelgemüse aus der Region. Die weißen Stangen altern nach dem Stechen schnell und können bei zu langer Lagerung Bitterstoffe entwickeln.

„Am frischsten ist der Spargel direkt vom Spargelbauern – stechen, sortieren, kühlen und im Hofladen verkaufen passiert hier am selben Tag.“

Im Supermarkt sollte auf gekühlte Stangen mit saftigen Schnittflächen geachtet werden. Zuhause bleibt Spargel in einem feuchten Tuch im Kühlschrank drei bis vier Tage frisch.

28.03.2021

Zurück