Naturschutz

Trockenheitstolerante Baumarten für den Klimawandel

Das BMEL fördert Forschung zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Zwei Zedernarten und die Baumhasel wurden erfolgreich an vier Standorten etabliert. Diese trockenheitstoleranten Baumarten sollen die Wälder stärken und einem massenhaften Baumsterben vorbeugen.

Neue Erkenntnisse zu trockenresistenten Baumarten

Angesichts zunehmender Trockenperioden durch den Klimawandel sollen trockenresistente Baumarten die Wälder stärken und einem massenhaften Baumsterben vorbeugen. Forschende des Bayerischen Amts für Waldgenetik (AWG) und der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA) identifizierten und untersuchten über einen Zeitraum von fünf Jahren geeignete Baumarten, die in trockenen, mediterranen Klimazonen gedeihen.

Ziel des Projekts war es, Herkünfte der Baumhasel (Corylus colurna), der Atlaszeder (Cedrus atlantica) und der Libanonzeder (Cedrus libani) in Süddeutschland zu testen und deren Anbauwürdigkeit zu bewerten. Hierfür bereisten Forstpflanzen-Genetiker sieben Länder und untersuchten 21 Populationen der Baumhasel sowie 15 Populationen der beiden Zedernarten. Sie dokumentierten die Bestände und entnahmen Proben zur genetischen Charakterisierung.

Internationale Zusammenarbeit und Saatgutversorgung

Da geeignete Erntebestände bisher fehlten, wurde eine Zusammenarbeit mit Institutionen in den Ursprungsländern der Baumarten initiiert. Mögliche Saatguterntebestände wurden besichtigt. Eine zukünftige Saatgutversorgung aus Algerien und Marokko wird angestrebt.

Die genetische Charakterisierung der ausgewählten Saatgutbestände und Referenzproben liefert Einblicke in die genetische Variabilität und Diversität der Baumarten und Herkünfte. Diese Daten bilden die Grundlage für die Überprüfung der Herkunftsidentität bei künftigen Saatgutimporten.

Eigenschaften und Empfehlungen

Die Baumhasel zeichnet sich durch Trockenheitstoleranz, Frosttoleranz, hohe Mischungsfähigkeit und Sturmfestigkeit aus. Basierend auf den Projektergebnissen lassen sich mit der Balkanhalbinsel, der Türkei und Georgien drei genetisch differenzierbare Herkunftsregionen identifizieren.

Atlas- und Libanonzeder weisen ebenfalls eine hohe Klima-, Trockenheits- und Frosttoleranz auf und können in die Wälder integriert werden. Zur Bewertung der Anbaueignung verschiedener Herkünfte unter mitteleuropäischen Klimabedingungen wurden mögliche Saatguterntebestände in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten phänotypisch und genetisch charakterisiert.

Die drei untersuchten Baumarten wurden in die Kategorie 2 der Leitlinie „Baumarten für den Klimawald“ der Bayerischen Forstverwaltung aufgenommen und für Praxisanbauversuche empfohlen. Dies hat Auswirkungen auf die Förderpraxis.

Langfristige Beobachtung

Es wurden vier Versuchsflächen in Bayern und Baden-Württemberg angelegt. Diese Flächen werden über einen Zeitraum von mindestens 20 bis 30 Jahren wissenschaftlich betreut.

12.01.2022

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