Rohstoffpreise treiben Großhandel auf höchstes Niveau seit 1970er Jahren
Die Preise im Großhandel sind im Jahr 2021 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen sie im Jahresdurchschnitt um 9,8 Prozent über dem Niveau von 2020. Einen stärkeren Anstieg hatte es zuletzt 1974 im Zuge der ersten Ölpreiskrise gegeben.
Rohstoffe treiben Preisentwicklung
Maßgeblich für den Anstieg waren vor allem deutlich höhere Preise für Rohstoffe und Vorprodukte. Besonders stark verteuerten sich Mineralölerzeugnisse sowie Metalle und Metallhalbzeug.
- Mineralölerzeugnisse: +32,0 %
- Erze, Metalle und Metallhalbzeug: +44,3 %
- Altmaterial und Reststoffe: +74,2 %
- Getreide, Saatgut und Futtermittel: +21,8 %
Ein Teil der Entwicklung ist auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da die Preise im Jahr 2020 infolge der Corona-Krise vergleichsweise niedrig waren.
Rückläufig waren hingegen die Preise im Großhandel mit lebenden Tieren (-7,7 %) sowie mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (-1,2 %).
Deutliche Preissteigerungen zum Jahresende
Zum Jahresende 2021 verstärkte sich die Dynamik nochmals. Im Dezember lagen die Großhandelspreise um 16,1 Prozent über dem Vorjahresmonat. Damit setzte sich die Entwicklung der Vormonate auf hohem Niveau fort.
Im Vergleich zum November 2021 stiegen die Preise im Dezember leicht um 0,2 Prozent. Hauptursache für die hohen Jahresraten bleiben die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte.
Einzelbereiche mit besonders starken Zuwächsen
Im Dezember 2021 zeigten sich in mehreren Bereichen besonders kräftige Preissprünge:
- Mineralölerzeugnisse: +50,6 %
- Altmaterial und Reststoffe: +66,4 %
- Erze, Metalle und Metallhalbzeug: +56,9 %
- Roh- und Schnittholz: +40,8 %
- Chemische Erzeugnisse: +31,2 %
- Getreide, Saatgut und Futtermittel: +30,9 %
Die Entwicklung zeigt, dass insbesondere energie- und materialintensive Bereiche von den Preissteigerungen betroffen sind. Für Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau sowie in angrenzenden Branchen wirken sich diese Kostensteigerungen direkt auf Einkaufspreise und Kalkulationen aus.
