Industrie verzeichnet stärkstes Wachstum seit 2007 trotz anhaltender Risiken
Der saisonbereinigte Einkaufsmanager-Index (EMI) ist im Februar deutlich gestiegen und weist auf eine spürbare Belebung der industriellen Konjunktur hin. Mit einem Zuwachs von 3,5 Punkten auf 57,2 erreichte der Index den höchsten Stand seit Juni 2007. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere steigende Produktionsleistungen und ein kräftiger Anstieg der Neuaufträge.
Damit verdichten sich die Hinweise auf eine konjunkturelle Trendwende, auch wenn Unsicherheiten weiterhin bestehen bleiben. Risiken ergeben sich unter anderem aus Wechselkursentwicklungen und internationalen Schuldenproblemen.
Deutliche Impulse bei Produktion und Auftragseingang
Die Produktionsleistung legte im Februar so stark zu wie seit Anfang 2007 nicht mehr. Der entsprechende Teilindex stieg auf 61,1 Punkte. Parallel dazu verzeichneten sowohl große Unternehmen als auch kleine und mittlere Betriebe den achten Anstieg der Neuaufträge in Folge.
Wesentliche Impulse kamen dabei aus dem Inland, ergänzt durch eine zunehmende internationale Nachfrage und einen verstärkten Lageraufbau auf Kundenseite. Allerdings profitieren nicht alle Unternehmen gleichermaßen von dieser Entwicklung.
Steigende Kosten und erste Preisanpassungen
Die positive Entwicklung wird von steigenden Kosten begleitet. Für viele Baustoffe und Vormaterialien mussten die Unternehmen im Februar höhere Einkaufspreise zahlen – der stärkste Anstieg seit September 2008. In der Folge wurden nach längerer Phase sinkender Preise erstmals wieder vorsichtige Preisanpassungen auf der Absatzseite vorgenommen.
Gleichzeitig führten Produktionsausweitungen und Lieferverzögerungen dazu, dass die Lagerbestände an Vormaterialien weiter zurückgingen – bereits im 17. Monat in Folge.
Arbeitsmarkt stabilisiert sich langsam
Der seit Ende 2008 anhaltende Beschäftigungsabbau hat sich deutlich abgeschwächt. Die Zahl der Stellenstreichungen erreichte den niedrigsten Stand seit Beginn der Entlassungsphase. Während in den Bereichen Vorleistungs- und Investitionsgüter weiterhin Arbeitsplätze abgebaut wurden, kam es im Konsumgütersektor vereinzelt bereits zu Neueinstellungen.
Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) bewertet die Entwicklung als positives Signal, mahnt jedoch zur Vorsicht hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Stabilität.
Der erneut deutlich gestiegene Einkaufsmanager-Index ist ein Beleg für die konjunkturelle Trendwende. Ob diese Entwicklung allerdings von Dauer ist, muss abgewartet werden
Frühindikator für wirtschaftliche Entwicklung
Der EMI gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Grundlage ist eine monatliche Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie. Der Index wird seit 1996 veröffentlicht und orientiert sich am internationalen Purchasing Manager’s Index (PMI).
Für Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau liefert die Entwicklung wichtige Hinweise auf die Investitionsbereitschaft und Materialpreisentwicklung in vorgelagerten Industriezweigen.