ZVG warnt vor mittelstandsfeindlichen Auswirkungen des EnEfG
Der Deutsche Bundestag beabsichtigt, das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) zu verabschieden. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) äußert erneut deutliche Kritik an den geplanten Regelungen. Demnach sollen Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch von 2,5 Gigawattstunden (GWh) und mehr künftig zur Durchführung von Energieaudits und zur Implementierung von Energiemanagementsystemen verpflichtet werden.
ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer bezeichnet das Gesetz in seiner aktuellen Form als mittelstandsfeindlich. Er betont, dass es hohe Kosten und unnötige Bürokratie für die Betriebe verursache. Der ZVG fordert die Abgeordneten auf, das Gesetz abzulehnen und stattdessen Anreize für Investitionen in Energieeffizienz zu schaffen, beispielsweise durch Programme wie das Bundesprogramm Energieeffizienz.
Insbesondere Gartenbauunternehmen, die in der Unterglasproduktion von Gemüse, Zierpflanzen und Pilzen tätig sind, wären von den Regelungen stark betroffen. Sie müssten mit erheblichen Auditkosten, zusätzlichen bürokratischen Anforderungen und Investitionsverpflichtungen, unter anderem in Messtechnik, rechnen. Fleischer kritisiert, dass dies keine CO2-Einsparungen bewirke, sondern lediglich den Bürokratiefrust der Betriebe erhöhe.
Ein zentrales Problem sieht der ZVG darin, dass Betriebe, die bereits in der Vergangenheit erhebliche Investitionen in Energieeffizienz und moderne Technik getätigt haben – oft unterstützt durch das Bundesprogramm Energieeffizienz –, durch die Audits zu weiteren Einsparmaßnahmen gezwungen würden. Dies gelte selbst für Unternehmen, die bereits zu den energieeffizientesten in Deutschland zählen.
Das geplante Energieeffizienzgesetz geht nach Ansicht des ZVG zudem deutlich über die Anforderungen der von der EU-Kommission geplanten Energieeffizienzrichtlinie (EED) hinaus. Die EED sieht die verpflichtende Einführung von Managementsystemen erst für Betriebe mit einem jährlichen Energieverbrauch von mehr als 23 GWh vor.
