Herausforderungen im Warenverkehr zwischen Asien und Europa
Der Warenverkehr zwischen Asien und Europa stellt importierende Hersteller von Garten- und Baumarktartikeln vor erhebliche Herausforderungen. Fehlende Container und Personalmangel aufgrund von Lockdowns reduzieren seit Wochen die Produktivität auf den globalen Seefrachtrouten. Dies führt zu stark erhöhten Import- und Exportfrachtraten.
Auch alternative Transportwege über Luft und Land sind kapazitiv nahezu ausgeschöpft und bieten kaum Entlastung. Die Corona-Pandemie wird als Hauptursache für diesen Engpass bei Seefracht-Containern identifiziert. Unternehmen der Garten- und Baumarktbranche, die Waren in Asien, insbesondere in China, beziehen, kämpfen mit massiven Lieferengpässen, Verzögerungen und stark gestiegenen Frachtraten. Die benötigten leeren Container sind derzeit nicht ausreichend verfügbar.
Zusätzlich verlangsamt der Personalmangel in den Häfen die Abfertigung der Schiffe. Dies führt dazu, dass beladene Container sich in den Häfen stauen und nicht als Leergut nach Asien zurückgeführt werden können. Geplante Abholungen und Verschiffungen verzögern sich, ohne kurzfristige Aussicht auf Besserung. Viele Lieferanten berichten von Verzögerungen von mehreren Wochen bei den geplanten Abholungen.
Eine direkte Folge des Mangels an Equipment sind Stornierungen bereits geplanter Aufträge und vertraglich zugesicherter Kontingente durch große Seefrachtspediteure. Neue Frachtaufträge werden, wenn überhaupt, nur zu historisch hohen Frachtraten angenommen. Diese liegen bis zu 300 Prozent und mehr über den üblichen Preisen, obwohl Reedereien in den letzten Wochen neues Equipment erworben haben.
Die unkalkulierbare Nachfragesituation durch die Pandemie hat auf den relevanten Seefrachtrouten von Asien in die USA und nach Europa zu einer ungleichen Verteilung der Leercontainer-Kapazitäten geführt. Reedereien versuchen nun, durch den Einsatz von teilweise ausgelasteten Schiffen eine bedarfsgerechte Verteilung der Container in den wichtigsten Umschlaghäfen weltweit wiederherzustellen.
Großreedereien schätzen, dass dieser Prozess noch sechs bis acht Wochen andauern wird. Es ist zudem möglich, dass der oligopolistische Anbietermarkt für Seefrachttransporte auf den bedeutenden Seerouten versuchen wird, die außergewöhnliche Preissituation am Spotmarkt so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Dies könnte als Verhandlungsbasis für die anstehenden Gespräche mit großen Verladern und Seefrachtspediteuren dienen.
Mittelständische Importeure von Garten- und Baumarktartikeln sind im Seefrachtlogistikmarkt vergleichsweise unbedeutend. Die Verzögerungen in den Abgangshäfen und die Aufkündigung vertraglicher Bedingungen durch Seefrachtspediteure, verbunden mit explodierenden Kosten für neue Aufträge, stellen den Mittelstand vor unvorhersehbare Tatsachen.
Je nach Anteil der Seefrachtkosten am einzelnen Artikel können viele importierte Garten- und Baumarktprodukte auf Basis der bestehenden Preiskalkulation für die Lieferanten ein Verlustgeschäft darstellen. Die Verbände HHG und IVG bieten ihren Mitgliedsunternehmen seit 2017/18 über ihre SynLOG-Logistik-Initiative die Möglichkeit, sich an einer branchenübergreifenden Seefrachtimportkooperation über die XSTAFF GmbH zu beteiligen.
