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Europäische Landwirtschaft: Unsicheres Umfeld und Strukturwandel

Die europäische Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Eine verhaltene Nachfrage und ein hohes globales Angebot setzen die Erzeugerpreise unter Druck. Dies führt zu einer angespannten Geschäftslage und verhaltenen Erwartungen bei vielen Landwirten.

Beschleunigter Strukturwandel in der Agrarbranche

Während Landwirte in Deutschland und Polen ihre aktuelle Geschäftslage im Vergleich zur Herbstbefragung 2015 als unverändert verhalten einschätzen, ist die Zufriedenheit in Frankreich und Großbritannien deutlich geringer. Auch die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten bleiben in Deutschland und Polen stabil.

Polnische Unternehmer profitieren von einer überdurchschnittlichen Betriebsgröße, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Importen im Schweinefleischmarkt stärkt. Betriebsleiter in Frankreich und Großbritannien erwarten hingegen eine weitere Eintrübung der Geschäftsentwicklung. In diesen Ländern verstärkt sich der Wettbewerbsdruck durch Importe von Milch beziehungsweise Schweinefleisch aus benachbarten EU-Ländern. In diesem Kontext ist ein beschleunigter Strukturwandel in der Landwirtschaft zu erwarten, insbesondere bei Betrieben, die unter hohen Kosten stark gewachsen sind und deren Management nicht optimal aufgestellt ist.

Der Unternehmer als zentraler Erfolgsfaktor

Unter den aktuellen Marktbedingungen ist der Unternehmer ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Verantwortung für Betriebsführung und -organisation, das Wissen über betriebliche Produktions- und Finanzkennzahlen sowie Geschick in der Produktion liegen beim Unternehmer und sind entscheidend für eine erfolgreiche Betriebsführung. Niedrige Produktionskosten und hohe Leistungen gewinnen dabei an Bedeutung. Es gibt jedoch keine allgemeingültigen Lösungen für Verbesserungen in Produktion und Finanzierung. Jeder Landwirt muss in Zusammenarbeit mit der Beratung individuelle Verbesserungspotenziale identifizieren und Reserven mobilisieren, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Trotz des schwierigen Umfeldes spricht sich die Mehrheit der befragten Landwirte in Deutschland dafür aus, dass der Staat sich aus dem Marktgeschehen heraushalten sollte.

Rückläufige Investitionsbereitschaft

Die Investitionsbereitschaft der befragten Landwirte in den vier Ländern nimmt ab. Um die Zahlungsfähigkeit zu sichern, werden Investitionen zurückgestellt. In Deutschland ist die Investitionsbereitschaft im Vergleich zur Herbstbefragung 2015 rückläufig: Während im Herbst 2015 noch 42 Prozent der Landwirte in den kommenden zwölf Monaten investieren wollten, sind es in der aktuellen Befragung 39 Prozent. Angesichts niedriger Agrarpreise hat die Sicherung der Zahlungsfähigkeit oberste Priorität. Dies führt dazu, dass Landwirte Investitionen besonders kritisch prüfen.

Steigende Innovationsanforderungen an Technikhersteller

Für 75 Prozent der Landwirte in Deutschland ist die Optimierung der laufenden Produktion das Investitionsziel. Investitionen werden erst getätigt, wenn sie eine Reduzierung der Produktionskosten oder eine Steigerung der Leistungen und damit eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit versprechen. Dies erhöht den Innovationsdruck auf Hersteller, entsprechende Lösungen anzubieten, um beispielsweise Arbeitserledigungs- und Direktkosten in Ackerbau und Tierhaltung zu senken und somit eigene Umsätze zu sichern.

Polnische Landwirte auf Wachstumskurs

In Polen planen 39 Prozent der befragten Landwirte, in den kommenden zwölf Monaten zu investieren, was einem unveränderten Wert gegenüber Herbst 2015 entspricht. Der Schwerpunkt der Investitionen polnischer Landwirte liegt auf der Erweiterung bestehender Betriebszweige, was ihren Wachstumskurs unterstreicht. In Großbritannien wollen 27 Prozent (plus drei Prozent) und in Frankreich 18 Prozent (minus fünf Prozent) der befragten Landwirte in den kommenden zwölf Monaten investieren. Während britische Betriebsleiter sich auf Produktionsoptimierungen konzentrieren, sind in Frankreich sowohl Optimierungen als auch die Expansion bestehender Betriebszweige die Hauptinvestitionsschwerpunkte.

Der Trendmonitor Europe wird von der DLG in Zusammenarbeit mit der Kleffmann Group durchgeführt. Für die Erhebung wurden insgesamt 750 deutsche, 750 französische, 500 polnische und 350 britische Landwirte befragt.

26.04.2016

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG)

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Deutschland

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