Gefahr durch Neophyten: Auswirkungen auf die Artenvielfalt
Die bunte Pracht vieler Zierpflanzen in Gärten birgt mitunter eine ernstzunehmende Gefahr für heimische Ökosysteme. Einige dieser Arten, die ursprünglich als Zierpflanzen eingeführt wurden, haben in der hiesigen Flora keine natürlichen Konkurrenten. Sie verdrängen dadurch wertvolle heimische Pflanzenarten innerhalb und außerhalb von Gärten.
Exotische Zierpflanzen sind seit vielen Jahren in Gärten und Parks verbreitet. Einige dieser Arten breiten sich zunehmend aus. Die Waldschutzorganisation PEFC weist darauf hin, dass nicht jede attraktive Pflanze vorteilhaft für das heimische Ökosystem ist.
Einige fremdländische Pflanzenarten, sogenannte Neophyten, haben hier bei uns keine natürlichen Konkurrenten und bedrohen somit die heimische Artenvielfalt.
Viele dieser invasiven Pflanzen haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Sie breiten sich über den Gartenzaun hinaus bis in die Wälder aus. Dies wird durch Tausende von Samen ermöglicht, die der Wind über weite Strecken transportiert. Auf dem Waldboden bilden sie dichte Bestände. Diese verdrängen andere Pflanzen-, Strauch- und Baumarten, indem sie ihnen Platz und Licht entziehen. Dies stört die natürliche Verjüngung im Wald.
Auswirkungen auf den Wald und illegale Entsorgung
Der Aufbau und Erhalt von Mischwäldern mit standortgerechten Baumarten ist ein zentrales Ziel von PEFC. Zwei Drittel der deutschen Wälder sind PEFC-zertifiziert und werden regelmäßig kontrolliert. Dabei wird darauf geachtet, dass fremdländische Baumarten wie Schwarznuss, Tulpenbaum, Atlaszeder oder Riesenlebensbaum heimische Arten nicht verdrängen.
Neben der natürlichen Ausbreitung von Neophyten durch Wind stellt die illegale Entsorgung von Gartenabfällen im Wald ein Problem dar.
Ein großes Problem sind Menschen, die ihre Gartenabfälle illegal im Wald entsorgen. Dadurch können sich fremde und invasive Arten in unseren Wäldern ungehindert verbreiten. Gartenabfälle im Wald zu entsorgen, ist deshalb nicht nur verboten, sondern absolut fahrlässig.
Diese Praxis fördert die unkontrollierte Verbreitung invasiver Arten.
Besonders schädliche Pflanzenarten aus dem Garten
Folgende Pflanzenarten aus Gärten können dem Wald schaden und sollten in ihrer Vermehrung und Ausbreitung kontrolliert werden:
- Riesenbärenklau: Diese weißblütige Staude erreicht eine Höhe von über zwei Metern. Ihr giftiger Pflanzensaft kann in Kombination mit Sonnenlicht schwere Hautverbrennungen verursachen. Die Vermehrung erfolgt über Samen, von denen pro Blütenstand Zehntausende heranreifen und bis zu zehn Jahre im Boden keimfähig bleiben.
- Drüsiges Springkraut: Ursprünglich aus dem Himalaja stammend, kann diese Pflanze bis zu zwei Meter hoch werden. Ihre purpurroten bis blassrosafarbenen Blüten produzieren viel Nektar. Im Wald breitet es sich rasant aus und behindert die natürliche Verjüngung der Waldbäume.
- Japanischer Staudenknöterich: Diese Pflanze kann bis zu drei Meter hoch wachsen. Ihre feinen, weitverzweigten Wurzeln dringen in kleinste Ritzen von Mauern ein und können Bodendenkmäler im Wald beschädigen. Durch dichte Bestände unterdrückt er einheimische Pflanzen und entzieht ihnen den Lebensraum.
- Staudenknöterich: Oft als Gartenbrombeere verkauft, bildet diese Pflanze schnell dichte, dornenbewehrte Gebüsche. Sie überwuchert und verdrängt die heimische Flora, auch in Wäldern. Abgetrennte Triebe bilden neue Wurzeln und fördern die weitere Ausbreitung. Eine Entsorgung im Hausmüll anstelle des Komposts wird empfohlen.
- Spätblühende Traubenkirsche: Auch Bäume können die heimische Natur gefährden. Die Späte Traubenkirsche bildet eine fast undurchdringliche Strauchschicht, die das Wachstum anderer Gehölze und Sträucher behindert. Aufgrund ihrer großflächigen, selbstständigen Ausbreitung im Wald wird sie von Forstleuten als „Waldpest“ bezeichnet.
- Kanadische und Späte Goldrute: Diese nordamerikanischen invasiven Pflanzenarten verbreiten sich seit dem 19. Jahrhundert zunächst in Gärten und dann in der freien Natur. Beide Arten erreichen eine Höhe von bis zu 1,5 Metern und blühen von Ende Juli bis Oktober. Sie vermehren sich effektiv über flugfähige Samen (bis zu 15.000 pro Spross) und Rhizome, wodurch sie schwächere, lichtliebende Arten überwuchern.
