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Fachverband rät: Baumschutz als Leistungsposition mit aufnehmen

Der Fachverband Baumpflege informierte über aktuelle Rechtsprechungen und neue Verfahren zur EPS-Bekämpfung. Experten betonten die Wichtigkeit des Baumschutzes auf Baustellen und stellten innovative Methoden zur Wurzelortung sowie Pflanzenlösungen vor.

Aktuelle Rechtsprechung und neue Verfahren zur EPS-Bekämpfung

Bei der Tagung des Fachverbandes Baumpflege (FvB) am 2. September 2023 informierte Rainer Hilsberg rund 70 Teilnehmer über aktuelle Rechtsprechungen. Demnach ist es auch kleineren Gemeinden zumutbar, fachkundiges Personal für Baumkontrollen einzusetzen. Im Kontext des Eichenprozessionsspinners (EPS) existieren Urteile, die Grundstückseigentümer – mit Ausnahme von Waldflächen – grundsätzlich für die Bekämpfung verantwortlich machen. Die Kosten hierfür werden nicht als unzumutbare Belastung eingestuft.

Prof. Dr. Wolfgang Rohe von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Göttingen berichtete über ein neues Verfahren zur Bekämpfung des EPS, das sich derzeit im Zulassungsverfahren befindet. Dieses Verfahren soll den Verzicht auf Schutzanzüge ermöglichen, die separate Bergung von Raupennestern überflüssig machen und Nützlinge schonen. Nach der erwarteten Zulassung im Jahr 2024 sind entsprechende Fortbildungen vorgesehen.

Baumsachverständiger Dipl.-Ing. Marc Wilde aus Lengerich thematisierte in seinem Vortrag „Kreative Lösungen zum Schutz von Bäumen an Baustellen“ die Problematik von Baumschäden im öffentlichen Raum, insbesondere durch den Glasfaserausbau.

Wenn wir nicht konsequent den Wurzelraum der Bäume schützen, werden uns in den kommenden 5-10 Jahren zunehmend Bäume im Straßenraum umstürzen.

Wilde empfiehlt Kommunen und Gemeinden, den Baumschutz auf Baustellen privaten Bauträgern als Auflage zu erteilen, diese Leistungsposition in Ausschreibungen aufzunehmen und die fachgerechte Ausführung zu kontrollieren.

Innovative Methoden und Pflanzenlösungen für den Baumschutz

Jonas Heck, Student an der HAWK Göttingen, stellte den Einsatz des Georadars zur Wurzelortung vor. Mittels elektrischer Wellen können Wurzeln sichtbar gemacht und somit geschützt werden.

Dr. Philipp Schönfeld aus Nürnberg erläuterte, wie Baumunterpflanzungen mit Stauden Bäume vor Hundeurin, Bodenverdichtung und Austrocknung schützen können. Er präsentierte attraktive Kombinationen von Staudenanpflanzungen und Einsaaten. Aktuelle Versuche sollen voraussichtlich ab 2024 Mischungen für salzverträgliche Stauden hervorbringen.

19.09.2023

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