Pflanzen und Pflanzenteile

Innovationen und Forschung im Gartenbau auf der IPM 2025

Die IPM 2025 in Essen präsentiert aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse im Gartenbau. Die BLE und das BZL stellen Projekte und Fördermöglichkeiten vor, darunter Robotik, urbane Konzepte, Nachhaltigkeit und effizientes Wassermanagement.

Aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse

Die Internationale Pflanzenmesse (IPM) in Essen, die vom 28. bis 31. Januar 2025 stattfindet, bietet eine Plattform für aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse im Gartenbau. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) präsentieren am BMEL-Stand GA-19 und am Stand GA-17 verschiedene Projekte und Fördermöglichkeiten.

Robotik und urbane Konzepte

Am Stand GA-19 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird ein teilautonomes mobiles System zur Erdbeerernte vorgestellt. Der im Projekt RoLand entwickelte Roboter SHIVAA ist in der Lage, Feldstrukturen mittels 3D-Kamera zu erkennen, Pflanzreihen anzufahren, den Reifegrad von Früchten zu identifizieren und diese mit Greifarmen zu ernten. Das System soll Erntehelfer unterstützen und kann auch nachts bei optimalen Temperaturen eingesetzt werden. Ziel ist eine wirtschaftliche Nutzung auch für kleinere Betriebe durch ein geringes Investitionsvolumen.

Ebenfalls am BMEL-Stand präsentiert sich das Innovationsnetzwerk für urbanen Gartenbau (INUGA). Dieses Netzwerk, das aus dem BMEL-Programm zur Innovationsförderung hervorgegangen ist, entwickelt Lösungen und Geschäftsmodelle für die Bewertung und nachhaltige Entwicklung von Stadtgrün. Dazu gehören zukunftsweisende Produkte, Produktions- und Kultursysteme für den urbanen Raum sowie innovative Ansätze zum Wissens- und Informationstransfer.

Nachhaltigkeit und Pflanzenschutz

Das Julius Kühn-Institut (JKI) stellt am BMEL-Stand das Modell- und Demonstrationsvorhaben FUBIOO vor. Dieses Projekt zielt auf die Stärkung der funktionellen Biodiversität für eine nachhaltige Produktion im Obstanbau ab. Durch verschiedene Begrünungsmaßnahmen in Obstbaubetrieben werden Lebensräume und Nahrungsquellen für Nützlinge geschaffen, die Schaderreger gezielt und natürlich regulieren können. Dies fördert zudem die biologische Vielfalt in Dauerkulturen.

Das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau der Universität Hohenheim informiert über Fortschritte im Forschungsprojekt „Nachhaltigkeit im Gartenbau“. Ein Prototyp zur Nachhaltigkeitsbewertung von Topfpflanzen, der in das Bewertungssystem „Betriebsvergleich Gartenbau 4.0“ integriert ist, wird vorgestellt. Ergänzend dazu finden im IPM Gärtnerforum in Halle 2 am 29. Januar zwei Vorträge zu den zentralen Inhalten des Nachhaltigkeitsprojektes statt, gefolgt von einer Podiumsdiskussion mit Branchenexperten.

Zierpflanzen und ökologische Produktion

Forschende der Fachhochschule Erfurt präsentieren ihre Arbeit zur Entschlüsselung von Genfunktionen und physiologischen Vorgängen in den Modellpflanzen Petunie und Hortensie. Ziel ist es, die Züchtung neuer Sorten mit wichtigen Merkmalen wie Krankheitsresistenzen zu erleichtern und die vegetative Vermehrung sowie Kulturführung effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Am BMEL-Stand werden experimentelle In-vitro-Systeme und von Hortensien isolierter Grauschimmel gezeigt. Erkenntnisse zu verschiedenen Blühmechanismen, die eine mehrfache Blüte bewirken, werden ebenfalls erläutert.

Aus dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) werden zwei Projekte vorgestellt: „TerOeko“ entwickelt und erprobt in Zusammenarbeit mit Praxis, Beratung und Wissenschaft torfreduzierte bis torffreie Substrate für die ökologische Topfkräuterproduktion. Das Projekt „BioZierPVM“ befasst sich mit der Analyse, Etablierung und Förderung der Verfügbarkeit von Bio-Pflanzenvermehrungsmaterial (PVM) für Zierpflanzenbetriebe.

Energieeffizienz und Wassermanagement

Das Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz und CO2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau geht 2025 in sein zehntes Förderjahr. Die BLE informiert über Möglichkeiten zum Klimaschutz in der Nutzung von Energie und Wärme sowie über Förderoptionen, auch wenn derzeit eine Antragspause besteht.

Am Stand GA-17 des BZL werden Forschungsergebnisse zum Thema „Wassermanagement“ und effiziente Wassernutzung im Gartenbau präsentiert. Fachleute können sich über anstehende kostenfreie BZL-Web-Seminare zu relevanten Themen des Gartenbaus informieren. Zudem werden Kompaktinformationen sowie Fach- und Bildungsmedien für den Gartenbau bereitgestellt. Gartenbauunternehmen können BZL-Verbrauchermedien kostenfrei für ihre Kundenbindungsprogramme beziehen.

14.01.2025

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