Naturschutz

Wald und Klimaschutz: Die Rolle der multifunktionalen Waldbewirtschaftung

Die multifunktionale Waldbewirtschaftung ist entscheidend für den Klimaschutz. Sie optimiert die CO2-Senkenleistung von Wäldern und fördert die Nutzung von Holz als nachhaltigen Rohstoff. Dies trägt maßgeblich zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.

Multifunktionale Waldbewirtschaftung als effektive Klimaschutzstrategie

Die Optimierung der CO2-Senkenleistung von Wäldern wird durch die multifunktionale Waldbewirtschaftung erreicht. Diese Methode ist etabliert und wird bereits umfassend praktiziert. Alexandra Arnold, Geschäftsführerin des Deutschen Forstvereins (DFV), erläutert, dass Multifunktionalität bedeutet, dass Wälder alle Waldfunktionen – Nutzen, Schutz und Erholung – flächendeckend erbringen, teilweise mit unterschiedlicher Gewichtung.

Dem nachwachsenden und klimaneutralen Rohstoff Holz kommt dabei eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zu, da Holz Kohlenstoff bindet. Für seine Entstehung entziehen Wälder der Atmosphäre klimaschädliches CO2. Die Kombination aus multifunktionaler Waldbewirtschaftung und dem Einsatz von Holz anstelle von Beton, Stahl oder Plastik in langlebigen Produkten wie Häusern oder Möbeln stellt aktiven Klimaschutz dar.

Potenziale von Waldfläche, Biodiversität und Holznutzung für den Klimaschutz

Der DFV weist seit Beginn der Klimawandel-Diskussion auf diese Zusammenhänge hin. Bereits 2015 forderte der DFV auf seiner Tagung in Flensburg, mehr Waldfläche zu schaffen, die Biodiversität zu erhalten und eine verstärkte Holzverwendung für den Klimaschutz zu fördern. Holz ist CO2-neutral, da bei seiner Verbrennung oder Verrottung nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie zuvor gebunden wurde. Dies unterscheidet es von fossilen Energieträgern und Rohstoffen.

Holz kann aufgrund seiner Eigenschaften CO2-intensive Produkte wie Stahl, Beton und Ziegel, insbesondere im Bausektor, ersetzen (Substitutionseffekt). Dies trägt zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei. Im Rahmen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung wachsen für geerntetes Holz neue Bäume nach, die der Atmosphäre wiederum CO2 entziehen. In Deutschland führt dies zu einer jährlichen Einsparung von rund 127 Millionen Tonnen CO2. Alexandra Arnold merkt an, dass dies im gesamteuropäischen oder weltweiten Kontext einen vergleichsweise geringen Beitrag darstellt.

Weltweites Aufforstungspotenzial und internationale Zusammenarbeit

Eine Schweizer Studie hat ein weltweites Aufforstungspotenzial von fast einer Million Quadratkilometern ermittelt, unter Berücksichtigung klimatischer Eignung sowie Anbau- und Siedlungsflächen. In diesen neuen Wäldern könnten über 200 Milliarden Tonnen Kohlenstoff dauerhaft gebunden werden, was zwei Dritteln aller durch den Menschen verursachten CO2-Emissionen seit der industriellen Revolution entspricht.

Deutschland hat eine gut entwickelte Forst- und Holzwirtschaft, die international hoch anerkannt ist. Klimaschutz funktioniert nur international und über Ländergrenzen hinweg. Dafür bieten wir Forstleute im Rahmen des ‚Green Deal‘ unser Know-how und unsere Hilfe gerne an.

17.12.2019

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