Stabiles Wachstum, steigende Ausbildungszahlen und starke Nachfrage nach Grünanlagen
Der Garten- und Landschaftsbau in Baden-Württemberg verzeichnet weiterhin ein deutliches Wachstum. Im Jahr 2017 stieg der Branchenumsatz um 80 Millionen Euro auf insgesamt 1,52 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von fünf Prozent und unterstreicht die stabile Nachfrage nach professionell gestalteten Hausgärten sowie gewerblichen und öffentlichen Grünflächen.
Auch die Pflegeleistungen entwickeln sich dynamisch. Immer mehr Auftraggeber setzen auf kontinuierliche Betreuung ihrer Anlagen. Parallel dazu steigen die Ausbildungszahlen konstant und heben sich damit positiv vom allgemeinen Trend im Handwerk ab.
Ausbildung und Qualifizierung als Erfolgsfaktor
Ein zentraler Baustein der Branchenentwicklung ist die intensive Bildungsarbeit. Die überbetriebliche Ausbildung in Heidelberg sowie das Bildungszentrum DEULA in Kirchheim/Teck gelten als wichtige Einrichtungen für die praxisnahe Qualifizierung im Garten- und Landschaftsbau.
„Unser großes Engagement in der Aus-, Fort- und Weiterbildung an unserer Überbetrieblichen Ausbildungsstätte in Heidelberg sowie an der DEULA in Kirchheim/Teck, unserem praxisorientierten Bildungszentrum, hat mittlerweile eine Vorbildfunktion übernommen. Der Garten- und Landschaftsbau ist in diesem Bereich, verglichen mit vielen Handwerksberufen, deren Ausbildungszahlen seit Jahren kontinuierlich sinken, äußerst erfolgreich.“
Mit 1.339 Ausbildungsverhältnissen wurde ein Zuwachs von sechs Prozent erreicht. Gleichzeitig stieg die Zahl der anerkannten Ausbildungsbetriebe weiter an. Nachwuchsgewinnung und Imagearbeit bleiben damit zentrale Handlungsfelder für die Betriebe.
Digitalisierung und Fachkräftesicherung im Fokus
Die fortschreitende Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse, Zeiterfassung und den Einsatz von Baumaschinen. Ziel ist es, Produktivität und Effizienz zu steigern und damit auch die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen. Bundesweite Initiativen testen derzeit praxisgerechte Lösungen, begleitet von Schulungsangeboten für die Betriebe.
Parallel dazu gewinnt die Fachkräftesicherung weiter an Bedeutung. Regionale Nachwuchskampagnen, flexible Arbeitszeitmodelle und gezielte Weiterqualifizierung stärken die Position der Unternehmen als Arbeitgeber. Auch die Integration von Geflüchteten zeigt Wirkung: Mehrere Beschäftigungsverhältnisse, Ausbildungen und Praktika konnten erfolgreich realisiert werden.
Gartenschauen als Impulsgeber für die Branche
Großveranstaltungen bleiben ein wichtiger Motor für die öffentliche Wahrnehmung des Garten- und Landschaftsbaus. Die Gartenschau Bad Herrenalb zog rund 400.000 Besucher an und erwies sich als starke Plattform für die Präsentation moderner Außenanlagen.
Mit der Landesgartenschau in Lahr und der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn stehen weitere Projekte im Fokus. In Heilbronn präsentiert der Verband auf rund 7.000 Quadratmetern sechs thematisch unterschiedliche Gärten, die regionale Gestaltungskompetenz und innovative Ansätze zeigen.
Erfolge im Wettbewerb und starkes Ehrenamt
Beim Landschaftsgärtner-Cup 2017 erreichten Vincent Heumann und Philipp Schäfer den zweiten Platz und bestätigten damit das hohe Ausbildungsniveau in Baden-Württemberg.
„Das sind Qualifikation und Einsatz auf höchstem Niveau und genau dies bringt unseren Berufsstand konstant voran“
Auch das ehrenamtliche Engagement bleibt ein tragender Pfeiler der Branche. Langjährige Funktionsträger wurden für ihren Einsatz gewürdigt, der maßgeblich zur positiven Entwicklung der Betriebe beigetragen hat.
Die Perspektiven für den Garten- und Landschaftsbau bleiben positiv. Die steigende Wertschätzung für Grünflächen und Gärten in der Gesellschaft sorgt weiterhin für eine stabile Nachfrage und eröffnet den Betrieben langfristige Marktchancen.


