Branchenverbände

GaLaBau in Baden-Württemberg - Jahresmitgliederversammlung

Der GaLaBau in Baden-Württemberg verzeichnet erneut knapp 5 Prozent Zuwachs beim Jahresumsatz sowie konstante Ausbildungszahlen.

Umsatz 2018 auf 1,59 Milliarden Euro gesteigert

Der Garten- und Landschaftsbau in Baden-Württemberg hat 2018 erneut ein deutliches Umsatzplus erzielt. Der Gesamtumsatz stieg um 70 Millionen Euro beziehungsweise 4,6 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Hausgärten bleiben mit 61 Prozent Umsatzanteil die wichtigste Leistung und die Wachstumslokomotive. Gewerbliches Grün und öffentliches Grün folgen mit jeweils 18 Prozent. Die Kennzahlen wurden auf der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. in Heilbronn vorgestellt.

Impulse erwartet der Verband auch durch aktuelle Förderprogramme des Bundes. Genannt werden „Zukunft Stadtgrün“, der neue „Masterplan Stadtnatur“ sowie 100 Millionen Euro aus dem Energie- und Klimafonds für die kommenden vier Jahre zur Sanierung und Erhaltung von Landschaftsgärten, Parks und Grünanlagen. Daraus leitet der Verband die Erwartung ab, dass die Nachfrage nach Dienstleistungen in der Pflege von Grün weiter steigt.

„Somit gehen wir davon aus, dass auch die in Anspruch genommenen Dienstleistungen in der Pflege von Grün weiter steigen. Sehr glücklich sind wir indes über unseren immerhin noch kleinen Zuwachs bei den Ausbildungszahlen. Im Vergleich zu vielen Handwerksberufen sind wir hier top aufgestellt“, freut sich Vorstandsvorsitzender Thomas Heumann. „Und wir sind so stark wie noch nie mit inzwischen 765 Mitgliedsbetrieben.“

Große Herausforderungen für Betriebe

Sorge bereiten dem Verband politische Entwicklungen und mögliche Auswirkungen auf die Konjunktur. Zudem kritisiert der Vorstandsvorsitzende die aktuellen Fahrverbote und fordert aus Sicht der Branche Umweltpolitik „mit Maß und Verstand“. Als drängend nennt der Verband weiterhin den Fachkräftemangel und fordert Investitionen in Bildung: Berufsschulen im Gartenbau sowie Meisterschulen sollen personell und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Als weiteres Problem wird der Mangel an Gewerbeflächen beschrieben. Betriebe fänden keinen geeigneten Standort, was teils zu langen Anfahrten zu Baustellen führe. Außerdem wünscht sich die Branche mehr Flexibilität beim Arbeitszeitgesetz, da die witterungsabhängige Saisonarbeit sowie enge Zeitfenster – etwa im Sportplatzbau – die Einsatzplanung erschweren.

Gefährliche Komfortzone: Preise, Prozesse und Digitalisierung

Heumann appelliert an die Betriebe, das Produkt Garten nicht unter Wert zu verkaufen und in der Hochkonjunktur finanzielle Polster aufzubauen. Gleichzeitig sollen Betriebsabläufe optimiert, mit realistischem Weitblick in Digitalisierung investiert und Mitarbeitenden attraktive Arbeitsplätze mit Entwicklungschancen angeboten werden. Als Beispiel für die Vorleistung des Verbandes dient die Bundesgartenschau in Heilbronn, auf der eine Plattform für berufsständische Öffentlichkeitsarbeit mit Fördermitgliedern, Partnern und Sponsoren entsteht.

BUGA-Gartenwelten in Heilbronn als Schaufenster der Branche

In den sechs BUGA-Gartenwelten präsentieren sich Regionen aus Baden-Württemberg und zeigen die Leistungsvielfalt der Branche in Form außergewöhnlicher Gärten. Auf rund 8.000 Quadratmetern sollen ab dem 17. April 2019 kreative Ideen für zuhause, innovative Materialien und Einsatzmöglichkeiten sowie Aufenthaltsqualität mit Outdoorküche und Chill-Zone erlebbar werden. Stand der Planung: mehr als 200 Veranstaltungen sind vorgesehen.

Die benachbarte Jugendherberge ermöglicht das Verlegen einzelner überbetrieblicher Ausbildungskurse in die Gartenwelten. Ein Seminarraum dient Weiterbildungen, Seminaren sowie Veranstaltungen der Regionen, Partner und Sponsoren. Genannt werden die Gartenwelten der Enzgärtner sowie der Regionen Franken, Hochrhein-Bodensee, Nordschwarzwald, Stuttgart und Unterer Neckar.

Politik-Kontakte, Integration und Nachwuchsarbeit

Im Rahmen von „GaLaBau trifft Politik“ absolvierten 65 Landtagsabgeordnete und ein Bundestagsabgeordneter ein „Praktikum mit Brancheneinblick“ in Mitgliedsbetrieben. Der Willkommenslotse Andreas Haupert verhalf 2018 zudem 28 Geflüchteten zu einer Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau und integrierte weitere 16 Personen in ein Beschäftigungsverhältnis. Als Herausforderung werden sprachliche Hürden genannt, vor allem im theoretischen Berufsschulunterricht.

Die Zahl der anerkannten Ausbildungsbetriebe stieg um 18 Unternehmen. Ohne ein verlässliches Einwanderungsgesetz sieht der Verband den Bedarf an Mitarbeitenden angesichts Arbeitsmarkt und demografischem Wandel als nicht gedeckt an.

Gartenschauen als Motor für grüne Stadtentwicklung

Die Gartenschau in Lahr wird als Gewinn für Stadt und Region beschrieben. In 11 Schaugärten mit dem Titel „Gartenvisionen“, gebaut von 15 Mitgliedsbetrieben, wurde ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm umgesetzt. Für ihr Engagement sollen die Betriebe von Minister Peter Hauk persönlich geehrt werden. Zudem wird die Gartenschau als Fortbildungspodium für Architekten, Landschaftsarchitekten, Planer und Kommunalvertreter genannt, etwa über Foren „Zukunft grünes Bauen“.

Vom 10. Mai bis 20. Oktober 2019 verwandeln sich 16 Gemeinden des Remstals in eine Gartenschau. VGL-Betriebe sind mit Aktionen und Gärten vertreten, in Highlight-Wochen auch mit temporären Installationen wie „Rettet den Vorgarten“. Außerdem wird berichtet, dass die ausrichtenden Städte für Landesgartenschauen und Gartenschauen bis 2030 feststehen und die eingereichten Konzeptionen durchweg hochwertig waren.

Ehrung beim Landschaftsgärtner-Cup 2018

Andreas Keck (Hans App GmbH, Unlingen) und Adrian Hummel (Peter Staudenmayer Gartengestaltung und Pflanzenvertrieb, Westerheim) erreichten beim Landschaftsgärtner-Cup 2018 auf der Messe GaLaBau in Nürnberg den zweiten Platz. Albrecht Bühler lobte die Leistung und Nervenstärke der beiden, Minister Peter Hauk gratulierte auf der Bühne.

„Das sind Qualifikation und Einsatz auf höchstem Niveau und genau dies bringt unseren Berufsstand konstant voran“, freut sich Bühler, der an dieser Stelle auch den Betrieben für ihr großes Engagement dankt.

Verabschiedungen, Regionalarbeit und neue Vorstandsstruktur

Thomas Heumann und Thomas Westenfelder wurden für jeweils 29 Jahre Engagement als Vorstandsvorsitzender beziehungsweise stellvertretender Vorstandsvorsitzender verabschiedet. Westenfelder erhielt im September auf dem landwirtschaftlichen Hauptfest die Staatsmedaille in Gold, Heumann wurde bei der Mitgliederversammlung durch Minister Hauk geehrt.

Für die Regionalarbeit wurden Frank Hensle-Metzger (Region Unterer Neckar) und Michael Lutz (Region Neckar Alb) gewürdigt. Genannt werden Nachwuchsaktivitäten wie Ausbildungsmessen, spezielle Azubi-Kurse, neue Formate bei Freisprechungsfeiern sowie regionale Nachwuchswettbewerbe. Während der Amtszeiten stiegen die Mitgliederzahlen in den Regionen deutlich, etwa auf 49 beziehungsweise 52 Mitgliedsbetriebe.

Neu- und Wiederwahlen: Digitalisierung als neues Ressort

Eberhard Schollenberger (Bundesangelegenheiten und landschaftsgärtnerische Fachgebiete) sowie Kai-Uwe Seydell (Markt und Wirtschaft) und Erwin Halter (Fachkräftesicherung) wurden bestätigt. Uschi App wurde als stellvertretende Vorstandsvorsitzende für Landesgartenschauen und Öffentlichkeitsarbeit gewählt, Bernd Hopp unterstützt künftig als Beauftragter bei der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH.

Neu geschaffen wurde das Vorstandsamt Digitalisierung. In dieses Ressort wurde Christoph Walker gewählt, der gemeinsam mit seinem Bruder die Karl Walker GmbH in Sindelfingen führt. Neuer Vorstandsvorsitzender ist Martin Joos, Geschäftsführer von Joos Gartenanlagen in Stuttgart-Fellbach. Er war bis 2017 im Vorstand für Aus-, Fort- und Weiterbildung zuständig und ist unter anderem in der Allianz für Fachkräfte Baden-Württemberg sowie im Koordinierungsausschuss Überbetriebliche Ausbildung in Heidelberg aktiv.

„Ein Faible für die Verbandsarbeit habe ich vermutlich schon von meinem Vater in die Wiege gelegt bekommen, auch wenn ich bislang noch in keinem Ehrenamt tätig war“, so Walker, der zurzeit die Buchhaltung im eigenen Unternehmen digitalisiert und im letzten Jahr die digitale Vermessung eingeführt hat. „Es würde mich sehr freuen, wenn mir die Mitglieder erneut ihr Vertrauen aussprechen und mich als Vorstandsvorsitzenden in den Vorstand wählen“, so Joos, der seine Ehrenamtskarriere bereits 1999 als stellvertretender Regionalvorsitzender der Region Stuttgart begann.

18.03.2019

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e. V.

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Tel.:+49 711 97566-0
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