Erfolgreiches Geschäftsjahr 2016: Zahlen und Fakten
Der baden-württembergische Garten- und Landschaftsbau verzeichnete 2016 ein Umsatzplus von rund 70 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz stieg damit um 4 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Diese Zahlen wurden auf der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. in Leinfelden-Echterdingen bekannt gegeben.
Die Mehrzahl der Betriebe kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Über 80 Prozent der Mitgliedsbetriebe beurteilten ihre Lage mit sehr gut und gut.
Dies erklärte Thomas Heumann, Vorstandsvorsitzender des Verbandes. Trotz nassen Wetters im zweiten Quartal konnte im zweiten Halbjahr ein kräftiges Wachstum erzielt werden, nahezu ohne Ausfalltage.
Die Nachfrage nach Leistungen im Garten- und Landschaftsbau ist weiterhin hoch. Insbesondere private Auftraggeber investieren in die Gestaltung ihrer Gärten. Auch Kommunen und die Industrie erkennen den Wert von grünen Außenanlagen. Private Auftraggeber machen 60 Prozent des Umsatzes aus, die öffentliche Hand 18 Prozent. Auftraggeber aus gewerblichem Wohnungsbau und Industrie trugen jeweils neun Prozent zum Gesamtumsatz 2016 bei.
Die positive Entwicklung der Branche spiegelte sich auch in der Mitgliederzahl wider, die um 4 Prozent stieg. Ende 2016 waren 743 Fachbetriebe im Verband organisiert. Heumann sieht darin eine Bestätigung für die Arbeit des Verbandes.
Fortschritte bei Aus-, Fort- und Weiterbildung
Im Jahr 2016 befanden sich in Baden-Württemberg 1.259 Landschaftsgärtner in einem Ausbildungsverhältnis, was einem Anstieg von knapp einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe erhöhte sich ebenfalls um vier Prozent.
Diese Quote ist im Vergleich zu anderen Branchen sehr hoch.
Heumann wies jedoch darauf hin, dass die Zahl der Schulabsolventen sinkt, während der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steigt. Er betonte die Notwendigkeit, junge Menschen durch die bundesweite Imagekampagne für den Beruf zu begeistern.
Ein weiterer Schritt im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung war die Übernahme von Gesellschaftsanteilen der DEULA gGmbH Kirchheim Teck. Seit dem 1. Januar 2016 ist der Landesverband mit 35 Prozent an der DEULA gGmbH beteiligt, um ein optimales Leistungsangebot sicherzustellen.
Die DEULA ist als praxisorientiertes Bildungszentrum für uns der ideale Partner.
Dies unterstrich Heumann.
Beschäftigung geflüchteter Menschen als Chance
Thomas Heumann betrachtet die Beschäftigung geflüchteter Menschen als Herausforderung und Chance.
Das ist die beste Möglichkeit der Integration. Dabei sollte die deutsche Sprache in Verbindung mit den handwerklichen Fähigkeiten gelehrt werden. Wir brauchen die Unterstützung der Politik, denn ein kräftezehrender bürokratischer Aufwand darf uns dabei nicht im Weg stehen.
Zur Unterstützung der Betriebe und zur Erleichterung des Kontakts zwischen Geflüchteten und Unternehmen ist seit Sommer 2016 Andreas Haupert als Willkommenslotse im Verband tätig. Diese Stelle wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.
Erfolg bei den deutschen Berufswettkämpfen
Beim deutschen Landschaftsgärtner-Cup, der Ende letzten Jahres auf der GaLaBau in Nürnberg stattfand, belegten Caroline Lenz von Gärten von Daiß GmbH und Patrick Rothweiler von Ingo Schwehr Garten- und Landschaftsbau den dritten Platz.
Eine herausragende Leistung und eine großartige Werbung für unseren Berufsstand.
So zeigte sich Thomas Heumann begeistert.
Herausforderungen in der Branche
Trotz der positiven Zahlen sprach Heumann auch Probleme und Herausforderungen an. Der Fachkräftemangel in der Branche nimmt zu, und die Suche nach Nachwuchskräften wird für Betriebe schwieriger.
Eine duale handwerkliche Ausbildung ist oft die bessere Alternative zu einem Studium. Daher sollten wir für den Job als Landschaftsgärtner mit garantierten, sicheren Jobs und zahlreichen Aufstiegsmöglichkeiten werben.
Hierfür sei auch politisches Handeln erforderlich, insbesondere hinsichtlich der Ausstattung von Berufsschulen, Meisterschulen und Ausbildungsstätten. Als weiteres Problem nannte Heumann die zunehmenden bürokratischen Auflagen, wie die Rußpartikelfilterpflicht für Baumaschinen und drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge.
Wir dürfen unsere Betriebe nicht noch mehr belasten. Hier ist maßvolles Handeln gefragt.
Heumann forderte die Politik zum Handeln auf. Abschließend thematisierte er die Standortfrage für gewerbliche Garten- und Landschaftsbaubetriebe.
Es ist verrückt – die Nachfrage nach professionell gebauten Gärten steigt. Unsere Betriebe können diesem Wachstum aber nicht folgen, weil unsere Betriebe keine vernünftigen Standorte, gerade in Ballungsgebieten, finden.
Auch hier forderte Heumann politische Lösungen.
Gartenschau in Öhringen
Die Landesgartenschau 2016 in Öhringen zog rund 1,3 Millionen Besucher an.
Dort haben neun Betriebe unseres Verbandes kreativ dargestellt, wie vielseitig Gärten gestaltet werden können.
Heumann lobte die Leistungen der Kollegen. Die Schaugärten entwickelten sich zu einem Publikumsmagneten und Aushängeschild der Branche. Der SWR nutzte die Verbandsfläche als Kulisse für seine Sendereihe „Grünzeug“. Besucher konnten sich beraten lassen und Anregungen für ihre Gärten erhalten. Die Gartenschau 2017 findet in Bad Herrenalb statt, wo der Verband und regionale Betriebe ebenfalls präsent sein werden.
Positiver Ausblick auf 2017
Der Verband erwartet auch für die Zukunft eine positive Entwicklung.
Die Nachfrage an professionell gestalteten Gärten ist da. Zudem können wir mit unserem Expertenwissen zu aktuellen Themen wie der Wirkung von positiven Grünanlagen auf Stadtklima, Gesundheit und Lebensqualität in Städten einen großen Beitrag leisten.
Heumann erhofft sich weitere Impulse vom Weißbuch der Bundesregierung zum Thema „Mehr Grün in die Stadt“ sowie von den Bundes- und Landesgartenschauen, die in Baden-Württemberg einen hohen Stellenwert besitzen.


