Die Grüne Stadt

Garten- und Landschaftsbau: Grüne Infrastruktur ist systemrelevant für Bayern

Die Corona-Pandemie beeinflusst weite Teile des öffentlichen Lebens. Der Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) ist jedoch nicht in gleichem Maße betroffen. Gerhard Zäh, Präsident des VGL Bayern, zieht eine erste Zwischenbilanz für seine Branche.

GaLaBau trotzt der Krise: Systemrelevanz und Schutzmaßnahmen

Die Corona-Pandemie beeinflusst weite Teile des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft. Viele Unternehmen haben ihren Betrieb eingestellt oder auf Kurzarbeit umgestellt. Der Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) ist jedoch von den Kontaktverboten nicht in gleichem Maße betroffen.

Die geltenden Regelungen zur Reduzierung physischer und sozialer Kontakte sowie zur Einhaltung eines Mindestabstands von eineinhalb Metern sind auch auf Baustellen des GaLaBaus anzuwenden. Gerhard Zäh, Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e. V. (VGL Bayern), zieht eine erste Zwischenbilanz für seine Branche.

Unsere Baustellen, sowohl für kommunale wie für private Auftraggeber, liegen zum überwiegenden Teil im Freien, der Weiterbetrieb kann durch verschiedene organisatorische Maßnahmen sichergestellt werden. Unsere Betriebe haben Verhaltens- und Hygieneregelungen getroffen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie Kunden größtmöglichen Schutz vor einer Ansteckung beziehungsweise Verbreitung des Virus ermöglichen. Der Garten- und Landschaftsbau reagiert sensibel und verantwortungsvoll auf die Situation.

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat darauf hingewiesen, dass Baustellen des Bundes möglichst weiter betrieben werden sollen, es sei denn, behördliche Maßnahmen erzwingen eine Einstellung oder ein sinnvoller Weiterbetrieb ist nicht möglich. Diese Regelung gewährleistet auch in Bayern die freie Ausübung beruflicher Tätigkeiten im Baubereich.

Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, betont die Bedeutung der Fortführung von Bauarbeiten im Freistaat trotz Ausgangsbeschränkungen. Es sei wichtig, die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur für Bevölkerung und Wirtschaft sicherzustellen. Daher gebe es keinen Grund, laufende Baumaßnahmen einzustellen.

Die Ministerin kündigte die Fortsetzung der staatlichen Baumaßnahmen an. Der Freistaat sichert damit als Auftraggeber das wirtschaftliche Überleben vieler mittelständischer Unternehmen aus dem Baugewerbe und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Der VGL Bayern sieht dies als die richtige Leitlinie für den Umgang mit der Krise, auch bei grünen Bauprojekten auf privater, kommunaler und Landesebene.

Der Gesundheitsschutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber ebenso für die Auftraggeber und Dritte hat selbstverständlich höchste Priorität. Öffentliche und private Auftraggeber können sich auf die Unternehmen des GaLaBaus verlassen.

Gerade in der aktuellen Situation zeige sich die Bedeutung der grünen Infrastruktur. Sie ermögliche den Menschen, in ihrem direkten Lebensumfeld Räume zu nutzen, die Ausgleich jenseits der eigenen vier Wände bieten. Daher sei es wichtig, laufende Projekte weiterzuführen und geplante Investitionen in die grüne Infrastruktur voranzutreiben.

Neben der Corona-Krise verweist der bayerische Verband auf weitere drängende Probleme wie die Folgen des Klimawandels und das Artensterben. Die öffentliche Hand könne wesentlich dazu beitragen, dass Zukunftsinvestitionen Lenkungswirkung in gesellschaftlich relevante Bereiche haben.

Private Bauherren setzen mit der Gestaltung des Außenbereichs ihrer Häuser ein Zeichen für ihre Haltung zu Natur und Umwelt. Im öffentlichen Bereich sei es ebenso angezeigt, Räume zu schaffen, die Lebensqualität und Wohlbefinden der Bürger steigern. Mit Blick auf die Hitzesommer 2018 und 2019 erinnert der Verband an die Wohlfahrtswirkung öffentlicher Grünflächen, von Parks über Straßenbegleitgrün bis hin zur Gebäudebegrünung.

Investitionen in die grüne Infrastruktur sind sichtbare Zeichen für Vertrauen in die Zukunft und die beste Vorsorge für kommende Belastungen unserer Städte und Gemeinden.

Demnach seien auch beim Thema Klimaschutz und zur Erreichung der Klimaziele ordnungsrechtliche Maßnahmen gefragt. Der Präsident appelliert an Städte und Gemeinden, zukunftsgerichtet zu agieren und mit gutem Beispiel voranzugehen.

Aufschieben löst keine Probleme, Städte und Gemeinden müssen gerade jetzt zukunftsgerichtet agieren und mit gutem Beispiel vorangehen.

Gerade in der Krise gelte es, Zuversicht zu zeigen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

06.04.2020

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