Branchenverbände

Bayerischer GaLaBau verzeichnet Rekordumsatz und wächst weiter

Der bayerische Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) erreichte 2019 einen Rekordumsatz von 1,215 Milliarden Euro. Das Privatkundensegment bleibt das Fundament, während öffentliche Aufträge und Wohnungsbau ebenfalls zulegen. Die Branche engagiert sich zudem für Klimaanpassung und Biodiversität.

Umsatzentwicklung und Marktsegmente im Detail

Der bayerische Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) hat im Jahr 2019 ein deutliches Wachstum verzeichnet. Der Umsatz der Branche erreichte ein Rekordniveau von 1,215 Milliarden Euro. Diese Zahlen wurden vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) am 12. März 2020 in Nürnberg präsentiert.

Die im VGL Bayern organisierten Fachbetriebe trugen mit 793 Millionen Euro überproportional zum Gesamtumsatz bei. Dies entspricht einer Steigerung von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (736 Millionen Euro). Das Privatkundensegment blieb mit 58 Prozent des Gesamtumsatzes das wirtschaftliche Fundament der Branche in Bayern. Auch der Markt mit öffentlichen Auftraggebern zeigte ein Umsatzwachstum und erreichte über 17 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Wohnungsbau trug rund 12 Prozent bei, während die Industrie knapp 8 Prozent ausmachte. Generalunternehmer und sonstige Auftraggeber kamen zusammen auf etwas über 5 Prozent.

Die bayerische Bauministerin Kerstin Schreyer würdigte in ihrem Grußwort den Beitrag des Verbandes zur Gestaltung der Umwelt und des sozialen Miteinanders.

Der Garten- und Landschaftsbau trägt nicht nur zur städtebaulichen Aufwertung unserer Städte und Dörfer bei, er ist auch ein wichtiger Verbündeter bei unseren Bemühungen zur Erhalt der Artenvielfalt und zur Klimaanpassung in Bayern.

Sie betonte zudem die Rolle der Branche bei der Schaffung sozialer Räume wie Parks, Gärten und Sportplätzen.

Gebäudebegrünung als Klimaanpassungsmaßnahme

Gerhard Zäh, Präsident des VGL Bayern, hob die zunehmende Bedeutung von Dach- und Fassadenbegrünungen hervor. Diese spielen eine wichtige Rolle im Kontext des Stadtgrüns und der Klimaanpassung. Das „Weißbuch Stadtgrün“ der Bundesregierung und der „Masterplan Stadtnatur“ thematisieren die Bauwerksbegrünung.

Die Gebäudebegrünung vereint eine Vielzahl an positiven Wirkungen, die dem Klimawandel entgegentreten und sollte bei der Kompensation von Eingriffen hinsichtlich quartiersnaher Ausgleichsflächen viel stärker berücksichtigt werden.

Er wies darauf hin, dass erfahrene Fachbetriebe auf bewährte Produkt- und Systemlösungen zurückgreifen können. Im Zuge des Zweiten Gesetzes zugunsten der Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern wurde die Bayerische Bauordnung angepasst, sodass staatliche Gebäude bei Neu- und wesentlichem Umbau zukünftig begrünt werden sollen. Zäh forderte, diese Verpflichtung auch auf Bestandsgebäude auszuweiten, da Gebäudebegrünung auch im Bestand ohne größere Eingriffe in die Bausubstanz möglich sei. Der VGL Bayern begrüßt das geplante Bayerische Klimaschutzgesetz und die darin enthaltenen Handlungsfelder „Klimaarchitektur in den Städten“ und „Klimaneutralität von Staat und Kommunen“, wünscht sich jedoch eine noch umfassendere Förderung urbaner grüner Infrastruktur.

Naturnahe Gartengestaltung für mehr Biodiversität

Das hohe Interesse am Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ verdeutlicht das gestiegene Bewusstsein der Bürger für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Dies führt zu einem wachsenden Kundeninteresse an naturnaher Gartengestaltung, die die Biodiversität fördert. Pia Präger, Mitglied des Präsidiums im VGL Bayern, erläuterte, dass „naturnah“ die Gestaltung und Pflege eines Gartens mit der Natur und ihren Gesetzen bedeutet.

Man gibt der Natur Raum zur Entwicklung, ohne auf lenkende Eingriffe zu verzichten. Naturnahe Gärten mit zahlreichen Ökosystemen und einer hohen Biodiversität sind sichtbarer Beweis eines ausgeprägten Umweltbewusstseins.

Steigende Mitgliederzahlen stärken den Landesverband

Verbandsdirektor Prof. Rudolf Walter Klingshirn betonte in seinem Geschäftsbericht 2019 die führende Rolle des VGL Bayern als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband für die GaLaBau-Branche im Freistaat. Zum 1. Januar 2020 zählte der Verband 629 Mitglieder. Die Verteilung auf die bayerischen Regierungsbezirke ist wie folgt: Oberbayern 271, Schwaben 75, Mittelfranken 70, Niederbayern 66, Unterfranken 55, Oberfranken und Oberpfalz jeweils 46. Hinzu kommen 62 Förder- und 19 Seniorenmitglieder sowie sieben Ehrenpräsidenten und Ehrenmitglieder. Hanka Dolze wurde nach Ablauf ihrer Amtsperiode mit großer Zustimmung für weitere drei Jahre in ihrer Position als Präsidiumsmitglied bestätigt.

Ehrungen für Engagement und Leistungen

Zwei Traditionsbetriebe, die Gustav Biedenbacher GmbH und die Schleitzer baut Gärten creativ & innovativ GmbH, wurden für ein halbes Jahrhundert Verbandszugehörigkeit mit dem großen Signum in Edelstahl, dem Qualitätskennzeichen für GaLaBau-Fachbetriebe, ausgezeichnet. Peter Mitschke, ehemaliger Stellvertretender Vorsitzender der Regionalgruppe Oberbayern, erhielt das Signum in Keramik für sein langjähriges Engagement.

Für ihre Beteiligung an der Gartenschau im mittelfränkischen Wassertrüdingen wurden die Firmen Garten- und Landschaftsbau Fiedler GmbH & Co. KG, Albert Grygar Garten- und Landschaftsbau, Hartmann Garten- und Landschaftsbau GmbH, Lorenz Lechner Garten- und Landschaftsbau sowie Zäh Gartengestaltung GmbH & Co. KG mit einer besonderen Urkunde geehrt. Ihre Themengärten trugen maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung bei und repräsentierten den Berufsstand der Landschaftsgärtner.

16.03.2020

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