„Gartenbau in Europa – go for green“: Eine Vortragsveranstaltung in Brüssel
Unter dem Motto „Gartenbau in Europa – go for green“ fand am 29. September in Brüssel eine Vortragsveranstaltung statt. Ausgerichtet vom Gartenbauverband Nord (GVN) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern, diskutierten unter der Leitung von GVN-Präsident Andreas Lohff Vertreter von Verbänden, Verwaltung und Parlament über Erfolge und Herausforderungen der Branche.
Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, hob die Bedeutung der Gartenschauen in seinem Bundesland hervor. Die Landesgartenschau in Wismar 2002, die IGA Rostock 2003 und die Bundesgartenschau Schwerin 2009 hätten das Interesse an Blumen und Pflanzen geweckt und ein neues Verständnis für Grün geschaffen. Die damit verbundenen Investitionen hätten nachhaltige Effekte für das Land gehabt.
Auch die regelmäßige Teilnahme von Städten und Gemeinden aus Mecklenburg-Vorpommern am Wettbewerb „Entente Florale“ wurde thematisiert. Die Gemeinde Banzkow errang dabei eine Silbermedaille im europäischen Wettbewerb. Dies zeige, dass die Menschen ein Bewusstsein für die Vorteile einer grünen Lebensumgebung entwickelt hätten und ihre Städte und Gärten entsprechend gestalteten.
Magister Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann-Stellvertreter von Niederösterreich, präsentierte die Initiative „Natur im Garten“. Diese fördert durch vielfältige Angebote das naturnahe Gärtnern in Privatgärten und öffentlichen Grünflächen. Ziel sei es, ein grünes Selbstverständnis in der Gesellschaft zu verankern. Eine Kooperation mit Mecklenburg-Vorpommern trage dazu bei, die Idee der ökologischen Gartengestaltung über Niederösterreich hinaus zu verbreiten.
Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), betonte die intensive Beteiligung der Branche an Initiativen zur Verbreitung von Grün. Er gratulierte der Stadt Westerstede zur Goldmedaille und der Gemeinde Banzkow zur Silbermedaille im Europawettbewerb Entente Florale. Gleichzeitig wies er auf politische Herausforderungen hin, die den Gärtnern begegnen. Dazu gehören Themen wie die Umsetzung der Verpackungsverordnung, Pflanzenschutz, arbeitsrechtliche Regelungen sowie invasive Arten und autochthone Gehölze.
Wir Gärtner brauchen eine verlässliche und nachhaltige Politik. Die Mitgliedstaaten müssen die EU-Vorgaben harmonisch umsetzen, damit gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa erreicht werden.
Herker unterstrich die Notwendigkeit eines sparsamen und verantwortungsbewussten Pflanzenschutzmitteleinsatzes für die Produktion gesunder Nahrungsmittel in ausreichender Menge. Im Hinblick auf die aktuelle Umsatzsteuerdiskussion erinnerte er an die Aussage der Bundeskanzlerin anlässlich der Bundesgartenschau in Schwerin, dass eine Umsatzsteuererhöhung oder die Abschaffung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes im Bereich Blumen und Pflanzen für sie nicht in Frage komme. Daran müsse sich eine nachhaltige und verlässliche Politik in den kommenden Monaten messen lassen.
Matthias Groote, Abgeordneter des Europäischen Parlaments, berichtete aus seiner Arbeit im Umweltausschuss, dessen Vorsitz er 2012 turnusgemäß übernehmen wird. Er sprach sich gegen eine CO2-Steuer aus, um eine Vermischung von Regelungssystemen zu vermeiden, da der CO2-Handel bereits etabliert sei. Groote zeigte Verständnis für die von Präsident Herker angesprochenen Themen und die Anliegen der Branche und bot weitere Gespräche an.
ZVG-Präsident Herker und GVN-Präsident Lohff resümierten, dass solche Veranstaltungen, die als Kooperation der Gartenbau-Landesverbände mit ihren zuständigen Landesvertretungen und der ZVG-Vertretung in Brüssel organisiert werden, einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis zwischen Verwaltung, Politik und dem Berufsstand leisten. Sie böten eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und gartenbauliche Themen in Brüssel zu platzieren.