Verhaltene Aussichten und Branchenherausforderungen im Baustoffhandel
Die Umfrage deutet auf eine verhaltene Stimmung für die kommenden Monate hin. Für das zweite Halbjahr 2008 erwarten 40,6 Prozent der Mitglieder an den bundesweit 2.203 Betriebsstätten fallende Umsätze. 30,7 Prozent schätzen die Entwicklung als unverändert ein, während 28,6 Prozent einen Umsatzzuwachs prognostizieren.
Der drastische Rückgang der Baugenehmigungen um mehr als ein Drittel bei den Ein- und Zweifamilienhäusern im vergangenen Jahr schlägt in unserer Branche jetzt voll durch. Im Sinne aller Bauwilligen setzen wir uns für eine im europäischen Vergleich angemessene Förderung von Wohneigentum ein. Wir bauen schon seit Jahren unter Bedarf, das führt zwangsläufig zu steigenden Mieten.
Dies erklärte BDB-Präsident Max Schierer. Er sieht zudem akuten Handlungsbedarf bei der steuerlichen Förderung von Modernisierungsmaßnahmen in Bestandsgebäuden.
Wenn ein Hausbesitzer heute aufwändige energetische Modernisierungsmaßnahmen durchführt, muss sich das künftig bei seiner Einkommenssteuererklärung auch positiv bemerkbar machen. In dem Schneckentempo, mit dem wir heute unseren Gebäudebestand modernisieren, darf es künftig nicht weitergehen. Eine faire Förderung werden die Hausbesitzer dem Staat mit einer höheren Investitionsbereitschaft und damit unter dem Strich mit Steuermehreinnahmen danken.
Schierer ist überzeugt, dass viele Hausbesitzer die notwendigen Investitionen sonst nicht tätigen könnten.
Regionale und kundenspezifische Umsatzentwicklungen
Der Umsatz mit gewerblichen Kunden blieb nahezu konstant (-0,23 Prozent), während der Umsatz mit Privatkunden um 8,30 Prozent zunahm. Der Baustoff-Fachhandel erwirtschaftet drei Viertel seines Umsatzes mit Profikunden und ein Viertel mit privaten Bauherren und Hausbesitzern, wobei die Tendenz bei Privatkunden steigend ist.
Regional zeigten sich deutliche Unterschiede. Umsatzrückgänge verzeichneten die Mitgliedsfirmen in Rheinland-Pfalz (-6,26 Prozent), Niedersachsen (-5,12 Prozent) und Sachsen (-3,17 Prozent). Demgegenüber konnten Händler in Mecklenburg-Vorpommern (+4,03 Prozent), Baden-Württemberg (+3,53 Prozent), Bayern (+3,47 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (+3,32 Prozent) leichte Umsatzzuwächse erzielen.
Positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und in der Ausbildung
Positiv entwickelten sich die Arbeitsmarktdaten. Die Gesamtzahl der Beschäftigten blieb stabil (-0,55 Prozent), während die Zahl der Auszubildenden um 3,85 Prozent anstieg.