Pflanzen und Pflanzenteile

Gefährliche Schadwanzen im Visier: Biologische Strategien gegen invasive Arten

Das BMEL fördert ein Projekt zur Entwicklung biologischer Pflanzenschutzstrategien gegen invasive Wanzenarten. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Problemen entgegenzuwirken, die durch die Marmorierte Baumwanze und die Grüne Reiswanze in europäischen Obst- und Gemüseanbaubetrieben entstehen.

Biologische Pflanzenschutzstrategien gegen invasive Wanzenarten

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert ein Projekt zur Entwicklung biologischer Pflanzenschutzstrategien gegen invasive Wanzenarten. Mit rund 652.000 Euro wird das Vorhaben „Entwicklung biologischer Pflanzenschutzstrategien gegen invasive nicht-geregelte Wanzenarten mit hohem Schadenpotential (BC-InStink)“ unterstützt. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Problemen entgegenzuwirken, die durch die aus Asien und Afrika eingeschleppten Wanzenarten Halyomorpha halys (Marmorierte Baumwanze) und Nezara viridula (Grüne Reiswanze) in europäischen Obst- und Gemüseanbaubetrieben entstehen.

Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel überreichte den entsprechenden Zuwendungsbescheid digital. Er betonte die Dringlichkeit des Projekts:

Seit 1960 sind wärmeliebende Insektenschädlinge weltweit jedes Jahr um 2,7 Kilometer nach Norden gewandert. Die Marmorierte Baumwanze und die Grüne Reiswanze können riesige wirtschaftliche Schäden verursachen, denn das Obst und Gemüse, das sie befallen, ist nicht mehr verkäuflich. Ich freue mich daher, dass das Projekt BC-InStink eine biologische Pflanzenschutzstrategie entwickelt.

Projektziele und Vorgehensweise

Das Forschungsvorhaben konzentriert sich auf die Entwicklung einer spezifischen biologischen Pflanzenschutzstrategie. Diese basiert auf dem Einsatz von in Deutschland vorkommenden Gegenspielern, sogenannten Nützlingen.

Im Rahmen des Projekts werden folgende Schritte durchgeführt:

  • Monitoring und Dokumentation der Schadwanzen und ihrer Gegenspieler über die Saison an verschiedenen Obstbaukulturen und Standorten.
  • Etablierung stabiler Zuchtstämme von Schadwanzen und potenziellen Gegenspielern.
  • Erfassung wanzentypischer Schadbilder.
  • Testung des Regulierungspotenzials durch Gegenspieler in Halbfreiland- und Freilandversuchen.
  • Entwicklung einer spezifischen biologischen Pflanzenschutzstrategie für den Obstbau.
  • Erarbeitung von Beratungsunterlagen für die Praxis.

Beteiligte Institutionen

Das Projekt wird von folgenden Einrichtungen getragen:

  • Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), Karlsruhe
  • Julius Kühn-Institut, Institut für Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau, Dossenheim
  • Katz Biotech AG, Baruth/Mark

Hintergrund der Problematik

Die Marmorierte Baumwanze (seit 2011 in Deutschland) und die Grüne Reiswanze (seit 2010 als Dauerschädling am Oberrheingraben) verursachen zunehmend wirtschaftliche Schäden. Milde Winter in Nordeuropa begünstigen das Überleben eingeschleppter Schadwanzen. Die wärmeren Sommertemperaturen ermöglichen zudem oft die Ausbildung mehrerer Generationen pro Jahr, was zum Aufbau stabiler Populationen führt.

In Deutschland sind derzeit keine wirksamen Insektizide gegen diese Schadwanzen zugelassen. Ihr breites Wirtspflanzenspektrum und ihre hohe Mobilität erschweren zusätzlich die Anwendung mechanischer und nicht-chemischer Pflanzenschutzstrategien.

18.05.2021

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