Branchenverbände

Grüne Verbände stärken Zusammenarbeit in zentralen Themenfeldern

Die Präsidien von BGL, BdB und bdla intensivieren ihre Kooperation. Sie definieren gemeinsame Positionen zu Pflanzenverwendung, Weißbuch-Prozess und Hochschulbildung, um tragfähige Lösungen für die grüne Branche zu entwickeln und die Stadtentwicklung nachhaltig zu prägen.

Gemeinsame Strategien für die grüne Branche

Die Präsidien des Bundesverbandes Garten- und Landschaftsbau e.V. (BGL), des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V. und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) haben sich in Berlin getroffen, um die zukünftige Ausrichtung ihrer Zusammenarbeit zu erörtern. Ziel war es, gemeinsame Positionen in wichtigen verbandspolitischen Themenfeldern wie der Pflanzenverwendung, dem Weißbuch-Prozess und der Hochschulbildung zu definieren.

Die Sitzung war von einem gemeinschaftlichen Geist und einer echten Aufbruchstimmung geprägt. Alle drei Verbände möchten die Chance nutzen, in allen wichtigen verbandspolitischen Arbeitsfeldern tragfähige Lösungen für die grüne Branche zu entwickeln.

Dies erklärte BGL-Präsident August Forster im Anschluss an die Gespräche.

Positionspapier zur Pflanzenverwendung in Vorbereitung

Ein Ergebnis der Zusammenkunft ist die geplante Veröffentlichung eines Positionspapiers zur Verwendung von Gehölzen in der Stadt. Dieses Dokument soll sich mit Begrünungskonzepten für die Stadt der Zukunft auseinandersetzen.

Begrünungskonzepte für die Stadt der Zukunft sind ein Aspekt, der mit steigendem Interesse in der Fachwelt thematisiert wird. Nach Jahrzehnten, in denen man sich dem öffentlichen Raum eher architektonisch bis pflanzennegierend genähert hat, werden in den letzten Jahren wieder pflanzenorientierte Ziele deutlich.

Dies führte bdla-Präsident Till Rehwaldt aus. Swantje Duthweiler, Landschaftsarchitektin bdla und Professorin für Pflanzenverwendung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, ergänzte, dass neue Leitbilder, die sich oft an naturlandschaftlichen oder kulturlandschaftlichen Eindrücken orientieren, Kontraste zu minimalistischer Architektur und Landschaftsarchitektur bilden.

Sie wies darauf hin, dass trotz der Diskussion über mehr Grün in der Stadt weiterhin Probleme und Fragestellungen bezüglich Pflanzsortimenten und Pflanzungen bestehen. Die Entwicklungen in diesem Bereich seien tiefgreifend und einem stetigen Wandel unterworfen, wodurch Weiterbildung und Austausch an Bedeutung gewinnen.

Vor diesem Hintergrund bekräftigten die Präsidien von BGL und BdB ihre Unterstützung für eine vom bdla initiierte Fortbildungsveranstaltung für Landschaftsarchitekten und benachbarte Berufsgruppen im Frühjahr 2017.

Stellungnahme zum Weißbuch-Prozess wird erarbeitet

Die drei Präsidien beschlossen zudem, den laufenden Weißbuch-Prozess zum Thema Stadtgrün aktiv zu begleiten. Sie sehen in diesem politischen Prozess eine neue Epoche der Stadtentwicklungspolitik. Um die Aspekte der grünen Branche zu berücksichtigen, wird eine gemeinsame Stellungnahme erarbeitet.

Die gesundheitlichen, sozialen, integrativen und ökonomischen Wohlfahrtswirkungen des Stadtgrüns sind einzigartig. Hervorzuheben sind hier die Anpassungsfähigkeit im Klimawandel, die Unterstützung der Biodiversität, die Gestaltungsqualität und Baukultur in der Stadt. Aufgrund dieser vielfältigen positiven Leistungen muss Stadtgrün künftig eine angemessene Würdigung erfahren.

Dies erklärte BdB-Präsident Helmut Selders.

Mehr Praxisbezug in den Studiengängen Landschaftsarchitektur und Landschaftsbau

Im Bereich der Hochschulbildung sehen die Verbände Verbesserungspotenzial, insbesondere bei den Praxisanteilen in den Studiengängen Landschaftsarchitektur und Landschaftsbau.

Eine reibungslose und erfolgreiche Integration von Hochschulabsolventen in Betriebe und Büros kann nur gelingen, wenn die Studiengänge der Landschaftsarchitektur und des Landschaftsbaus entsprechende Praxisanteile aufweisen. Aus diesem Grund möchten wir bei diesem so wichtigen Thema in den Dialog mit den Hochschulen und Universitäten treten.

Dies betonte Erich Hiller, BGL-Vizepräsident und Vorsitzender des BGL-Ausschusses Berufsbildung. Er verwies in diesem Zusammenhang auf ein in Vorbereitung befindliches Positionspapier der drei Verbände.

Abschließend wurde vereinbart, die Zusammenarbeit auch in der politischen Ansprache in Berlin enger zu verzahnen. Dazu gehört die Fortführung der parlamentarischen Veranstaltungen zum Thema Stadtgrün sowie ein regelmäßiger Austausch auf Ebene der Präsidien und Geschäftsführer.

15.03.2016

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