Allgemeines

Gemüseernte 2021: Deutlicher Anstieg bei konventionellem und ökologischem Anbau

Die deutsche Gemüseernte 2021 verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 9 % gegenüber dem Vorjahr, sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum im Bio-Sektor, der um 18 % zulegte.

Erfolgreiches Erntejahr für Gemüse in Deutschland

Im Jahr 2021 verzeichnete die deutsche Landwirtschaft eine Erntemenge von 4,3 Millionen Tonnen Gemüse, was einem Anstieg von 9 % gegenüber 2020 entspricht. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 lag die Steigerung bei 15 %. Diese Entwicklung ist unter anderem auf günstige Witterungsbedingungen zurückzuführen. Die Anbauflächen für Gemüse wurden im selben Zeitraum um 4 % auf 131.900 Hektar ausgeweitet, was ebenfalls 5 % über dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 liegt.

Besonders hervorzuheben ist der ökologische Gemüseanbau. Auf 18.500 Hektar erzeugten ökologisch wirtschaftende Betriebe 476.700 Tonnen Gemüse. Dies entspricht 14 % der gesamten Gemüseanbaufläche und 11 % der gesamten Ernte. Die Erntemenge auf ökologisch bewirtschafteten Flächen stieg gegenüber 2020 um 18 % und im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 sogar um 47 %.

Dominierende Gemüsearten im Freiland

Die Möhre beziehungsweise Karotte ist die dominierende Gemüseart im deutschen Freilandanbau. Im Jahr 2021 wurden rund 962.000 Tonnen geerntet, was eine Steigerung von 20 % gegenüber 2020 und 40 % gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 bedeutet. Die Anbaufläche für Möhren im Freiland wuchs auf 14.900 Hektar, ein Plus von 8 % im Vergleich zu 2020.

An zweiter Stelle der Erntemengen folgte die Speisezwiebel mit 664.300 Tonnen (+23 % gegenüber 2020), gefolgt von Weißkohl mit 434.900 Tonnen (-2 %). Hinsichtlich der gesamten Gemüseanbaufläche im Freiland liegen Karotten an zweiter Stelle hinter Spargel, dessen Fläche 25.700 Hektar betrug und gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant blieb. Die ertragsfähige Spargelfläche umfasste 22.300 Hektar. Speisezwiebeln wiesen mit 14.500 Hektar (+18 %) die drittgrößte Anbaufläche auf.

Regionale Schwerpunkte und geschützter Anbau

Im Jahr 2021 wurde Gemüse auf insgesamt 130.500 Hektar im Freiland angebaut. Die größten Freilandanbauflächen befanden sich in Nordrhein-Westfalen (29.000 Hektar), Niedersachsen (22.300 Hektar) und Rheinland-Pfalz (17.900 Hektar).

Der Anbau unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen, wie Gewächshäusern oder hohen Folienabdeckungen, umfasste 2021 gut 1.300 Hektar (+4 % gegenüber 2020). Die Erntemenge in diesem Segment betrug 198.400 Tonnen (+2 %). Die größte Erntemenge im geschützten Anbau entfiel auf Tomaten mit 98.600 Tonnen (-3 % gegenüber 2020), gefolgt von Salatgurken mit 67.000 Tonnen (+6 %) und Paprika mit 17.800 Tonnen (+11 %).

Methodische Hinweise

Zum ökologischen Gemüseanbau zählen Flächen und Erntemengen aus vollständig auf den ökologischen Landbau umgestellten Betrieben. Teilweise umgestellte Gemüsebetriebe werden hierbei nicht berücksichtigt. Beim Spargelanbau wird zwischen der gesamten Anbaufläche und der ertragsfähigen Anbaufläche unterschieden, da Spargel nicht im Pflanz- oder Aussaatjahr geerntet werden kann.

Hohe begehbare Schutzabdeckungen umfassen feste oder bewegliche Gewächshäuser sowie andere hohe begehbare Schutzabdeckungen aus Glas, festem Kunststoff oder Folie. Dazu gehören auch Schutz- und Schattennetze mit einem sehr dichten Gewebe und einem Beschattungsgrad von 80 % und mehr. Nicht begehbare Einrichtungen wie tragbare Aufzuchtkästen oder niedrige Tunnel sowie Schattennetze mit einem Schattenwert unter 80 %, Hagelschutznetze, vorübergehende Regenschutzsysteme und Insektennetze werden nicht zu den hohen begehbaren Schutzabdeckungen gezählt.

24.02.2022

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