Süß- und Sauerkirschen: Anbau, Sorten und Unterschiede
Die Süßkirschen, die je nach Sorte gelb bis schwarzrot sein können, werden hauptsächlich im südlichen Deutschland und in Niedersachsen angebaut. Hierbei wird zwischen den saftigen Herzkirschen und den später reifenden, festeren Knorpel- oder Knupperkirschen unterschieden. Ab Juli beginnt die Reifezeit der Sauerkirschen, deren Anbaugebiete vorwiegend in Rheinland-Pfalz und Sachsen liegen.
Obwohl Süß- und Sauerkirschen botanisch unterschiedlichen Arten angehören, sind sie eng miteinander verwandt und zählen beide zum Steinobst aus der Familie der Rosengewächse. Der wesentliche Unterschied liegt im höheren Fruchtsäuregehalt der Sauerkirschen, der ihren leicht säuerlichen Geschmack prägt.
Vielseitige Verwendung in der Küche
Frische Kirschen, insbesondere Süßkirschen, entfalten ihr Aroma am besten pur. Sie eignen sich jedoch auch hervorragend für Kuchen, Desserts und pikante Hauptspeisen, denen sie eine fruchtig-süße Note verleihen.
Sauerkirschen, zu denen die bekannte Sorte Schattenmorelle gehört, sind ideal zum Einmachen, Kochen und Backen. Ihr säuerliches Aroma harmoniert zudem gut mit Wild, Geflügel, Chutneys und anderen herzhaften Gerichten. Der Name Schattenmorelle leitet sich vermutlich vom französischen "Cerise Chatel Morel" ab und hat keinen Bezug zu Schatten.
Gesundheitliche Aspekte und Nachhaltigkeit
Kirschen sind nicht nur schmackhaft, sondern auch kalorienarm. Sie enthalten Vitamine A, B und C sowie wichtige Nährstoffe wie Folsäure, Kalium, Magnesium und Eisen. Durch den regionalen Anbau in Deutschland tragen Kirschen zudem zur Nachhaltigkeit bei.
Einkauf, Lagerung und Zubereitung
Vollreife Kirschen sind prall und rund und reifen nach der Ernte nicht mehr nach. Die Farbe ist kein alleiniges Reifekriterium, da sowohl dunkle als auch helle Sorten süß und aromatisch sein können. Ein sattgrüner Stiel ist ein Zeichen für Frische.
Für die Lagerung empfiehlt es sich, die Früchte direkt nach dem Einkauf in einem Plastikbeutel verpackt und mit Stiel im Kühlschrank aufzubewahren. Dort bleiben sie bis zu drei Tage frisch. Zum Einfrieren sollten die Kirschen mit Stein belassen werden, um das Aroma zu erhalten. Kirschen sollten erst kurz vor dem Verzehr gewaschen werden, um ihre Frische zu bewahren.
Bei der Zubereitung ist Vorsicht geboten, da Kirschen empfindlich sind. Ein vorsichtiges Abbrausen ist ausreichend. Der grüne Stiel sollte erst nach dem Waschen entfernt werden, um das Aroma zu schonen und ein Verwässern der Frucht zu verhindern. Vor der Weiterverarbeitung müssen Kirschen entkernt werden. Dies gelingt am schnellsten mit einem Kirschentsteiner. Alternativ kann die Frucht mit einem spitzen Messer halbiert und der Stein entfernt werden. Ein Tipp zur Erleichterung des Entsteinens ist, die Kirschen zuvor einige Minuten ins Gefrierfach zu legen.
