FSME-Fälle in Bayern: Ein besorgniserregender Anstieg
Bayern verzeichnete im Jahr 2024 den stärksten Saisonstart bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Diese von Zecken übertragene Hirnhautentzündung zeigt eine steigende Tendenz, was die Bedeutung einer Schutzimpfung hervorhebt.
Das Risiko einer Ansteckung mit FSME ist von April bis Oktober am höchsten. Besonders Personen, die sich in der Natur aufhalten, sei es beim Wandern oder im eigenen Garten, sollten eine Impfung in Betracht ziehen. Bereits 94 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte gelten als Risikogebiete. Der Klimawandel begünstigt zudem die Ausbreitung der Zecken.
Dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden bis zum Datenstand 036.2024 bayernweit 37 FSME-Fälle gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 12 Fällen oder 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für alle Kinder und Erwachsenen in Bayern, die sich in Risikogebieten in der Natur aufhalten. Auch bei Urlaubsplanungen und im beruflichen Alltag sollte der Impfschutz geprüft werden.
Da nahezu der gesamte Freistaat vom Robert Koch-Institut als FSME-Risikogebiet eingestuft ist, wird die FSME-Impfung in Bayern ohne geografische Einschränkung öffentlich empfohlen. Die Impfung ist gut verträglich und wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für einen vollständigen Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres notwendig. Personen mit Grundimmunisierung sollten an fällige Auffrischungsimpfungen denken, die je nach Altersgruppe und Impfstoff alle drei bis fünf Jahre erfolgen.
Die FSME-Impfquoten in Bayern sind insgesamt verbesserungswürdig. So besitzen lediglich gut ein Fünftel der Erwachsenen einen aktuellen FSME-Impfschutz. Auch Kinder sind gefährdet, an FSME zu erkranken. In Bayern sind aber nur knapp 37 Prozent der Schulanfängerinnen und Schulanfänger gegen FSME geimpft.
Auch die Fallzahlen der ebenfalls von Zecken übertragenen Lyme-Borreliose sind gestiegen. Bislang wurden dem LGL in diesem Jahr 662 Fälle gemeldet (Datenstand: 036.2024), was 51 Fälle mehr sind als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Gegen Lyme-Borreliose kann man sich aktuell nicht durch Impfung schützen. Die Erkrankung, die im Gegensatz zu FSME durch Bakterien verursacht wird, kann aber gut mit Antibiotika therapiert werden. Je früher die Therapie beginnt, umso besser, daher ist eine möglichst frühzeitige Diagnose wichtig. Gut erkennbar ist die Lyme-Borreliose an der sogenannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung, die sich um die Einstichstelle bildet und allmählich nach außen wandert.
Grundsätzlich sollten Zecken möglichst frühzeitig und mit einem geeigneten Werkzeug entfernt werden. Die Hautstelle sollte in den Wochen nach dem Stich auf das Auftreten der Wanderröte beobachtet werden. Bei Anzeichen der Wanderröte oder anderen auffälligen Symptomen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.
