Die Grüne Stadt

Großes Interesse am Urban-Gardening-Kongress

Der dritte Bayerische Urban-Gardening-Kongress in Veitshöchheim zog über 120 Teilnehmer an. Sie informierten sich über aktuelle Erfahrungen und Forschungsergebnisse zum Urban Gardening in Bayern und Europa. Eine Ausstellung ergänzte die Fachvorträge.

Forschungsergebnisse und Projekte aus aller Welt

Monika Egerer von der Technischen Universität München präsentierte Forschungsergebnisse aus Gemeinschaftsgärten. Die Studien untersuchten, wie in solchen Gartenprojekten die biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen verbessert werden können.

Die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Schönbrunn sammelte in Wien Erfahrungen in verschiedenen Urban-Gardening-Projekten. Dabei zeigte sich, dass öffentliche Grünanlagen und historische Parks zunehmend für Gartenprojekte attraktiv werden. Neben der Gemeinschaft steht hier die Produktion von eigenem Gemüse im Vordergrund.

Wolfgang Palme hob den ganzjährigen Anbau von Gemüse hervor. Seine Bücher zum Thema Wintergemüse stießen bei der Ausstellung auf großes Interesse. Die „Maker of sustainable spaces“ stellten verschiedene urbane Gartenprojekte in den Niederlanden und anderen Ländern vor. Diese Projekte zeigen, wie die Nahrungsmittelproduktion in städtische Umgebungen wie Restaurants, Hotels oder Krankenhäuser integriert werden kann, um positive Umwelteffekte zu erzielen.

Kelai Diebel präsentierte Beispiele aus Kopenhagen, Boston und Singapur, die die Vielfalt globaler Urban-Gardening-Initiativen aufzeigen.

Urban-Gardening-Demogärten in Bayern

Die LWG Veitshöchheim betreute in den letzten drei Jahren sieben Urban-Gardening-Demonstrationsgärten in Bayern. Gundula Holm und Florian Demling erläuterten die Anlage der Gärten und die Einbindung der Öffentlichkeit während der Corona-Jahre. Einige dieser Gärten werden 2023 weiterhin bestehen.

Best-Practice-Beispiele in Bayern

In Kurzvorträgen stellten verschiedene Initiativen ihre Erfahrungen im städtischen Gärtnern vor. Die Stiftungsinitiative der „Urbanen Gärten München“ setzt sich für den Erhalt bestehender und die Schaffung neuer Gärten ein, um allen Münchnern fußläufige Gärtnermöglichkeiten zu bieten. Bildungsangebote wie der „Bodenkoffer“ sollen die Gärten unterstützen und das Thema erlebbarer machen.

Die Gruppe „Essbare Stadt Bamberg“ von Transition Bamberg hat rund 70 Hochbeete in Bamberg aufgestellt. Diese entstanden meist in Nachbarschaften, wo Anwohner eigenes Gemüse anpflanzen und ernten können.

Der Verein für Gartenbau und Landespflege Stadt Neumarkt nutzte Urban Gardening, um neue und jüngere Mitglieder zu gewinnen und so die Vereinsstruktur zu stabilisieren.

In Nürnberg entsteht ein weiteres Gartenprojekt, ein Weltacker, nach dem Vorbild aus Berlin. Hier steht die Nachhaltigkeit der Nahrungsmittelproduktion im Fokus. Eine verdichtete Fläche wurde entsiegelt und soll ab 2023 als Schaufläche dienen.

Ausstellung im Foyer

Die Teilnehmer konnten sich im Foyer über verschiedene Aspekte des Urban Gardening informieren. Die Ackerpause bot Unterstützung bei der Anlage von Gemeinschaftsgärten. Das Angebot umfasste zudem Saatgut, Bodenmessgeräte und innovative Begrünungssysteme. Die Ausstellung ermöglichte den Austausch zwischen Teilnehmern und Urban-Gardening-Experten.

08.11.2022

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