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Ergebnisse der BGL-Herbstumfrage 2022: Gute Kennzahlen, getrübte Stimmung

Die aktuelle Herbstumfrage des BGL zeigt für 2022 erfolgreiche Umsätze und Auftragslagen im GaLaBau. Trotz guter Kennzahlen sind die Erwartungen an die Zukunft jedoch verhalten, da gesamtwirtschaftliche Auswirkungen spürbar werden.

Geschäftslage und Auftragslage im GaLaBau

Auf die Frage nach der aktuellen Geschäftslage bewerteten fast 98 Prozent der 537 befragten Mitgliedsbetriebe ihre Situation als „gut“ oder „befriedigend“. Dies entspricht dem Vorjahresniveau. Lediglich 2,4 Prozent stuften die Lage als „schlecht“ ein, was einen Anstieg gegenüber den 0,6 Prozent des Jahres 2021 darstellt. Die Mehrheit der GaLaBau-Unternehmen beurteilt ihre betriebliche Situation somit positiv, trotz der bereits spürbaren gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und des Ukraine-Krieges.

Die Auftragsbücher der Mitgliedsbetriebe sind weiterhin gut gefüllt:

  • Im Bereich der Pflege beträgt der Auftragsbestand 16 Wochen Vollbeschäftigung, was dem Vorjahr entspricht.
  • Für Neu- und Umbauprojekte sind die Betriebe für mindestens 19 Wochen ausgebucht. Dies ist ein leichter Rückgang gegenüber den 23 Wochen im Herbst 2021, aber identisch mit dem Wert vom Herbst 2020.
  • Rund 62 Prozent der Befragten schätzten die aktuelle Auftragssituation als „gleich“ ein, 12 Prozent sogar als „besser“. Gleichzeitig bewerteten 26 Prozent die Situation als „schlechter“, was eine deutliche Zunahme gegenüber den 6 Prozent im Herbst 2021 bedeutet.

Die Ertrags- und Gewinnsituation wurde im Vergleich zu 2021 kritischer beurteilt:

  • 12,5 Prozent gaben „unbefriedigend“ an (2021: 4 Prozent).
  • 42 Prozent bewerteten sie als „verbesserungsfähig“ (2021: 38 Prozent).
  • 45 Prozent sahen sie als „entspricht den Erwartungen“ (2021: 58 Prozent).

Positiv ist, dass über 95 Prozent der Betriebe angaben, dass die vereinbarten Zahlungsziele eingehalten werden, was eine Steigerung gegenüber den 93,5 Prozent im Herbst 2021 darstellt. Die Mitarbeiterzahl der befragten Betriebe blieb im Vergleich zum Herbst 2021 weitestgehend stabil.

Zukunftsaussichten der GaLaBau-Branche

Beim Blick in die Zukunft trübt sich die Stimmung der GaLaBau-Betriebe jedoch deutlich:

  • Nur noch 1,5 Prozent erwarten für die nächsten sechs Monate eine „günstigere“ Geschäftsentwicklung (2021: rund 10 Prozent). 59 Prozent rechnen mit einer „gleichbleibenden“ Entwicklung (2021: rund 84 Prozent). Der Anteil derer, die eine „ungünstigere“ Entwicklung erwarten, hat sich mit 39 Prozent mehr als versechsfacht (2021: rund 6 Prozent).
  • Für die gesamte Branche im aktuellen Jahr vergaben immer noch 96 Prozent die Schulnoten 1 bis 3 (2021: 99 Prozent). Davon entfielen 16 Prozent auf „befriedigend“ (2021: 9,5 Prozent).
  • Die langfristigen Branchenaussichten für die kommenden fünf Jahre werden noch skeptischer gesehen: Nur 71 Prozent vergaben hier die Schulnoten 1 bis 3, während über 29 Prozent die Noten 4 bis 6 wählten.
  • Die langfristigen Aussichten des eigenen Betriebs werden positiver eingeschätkt als die der Branche. 84 Prozent der Befragten vergaben für die eigenen, langfristigen Betriebsaussichten 2022 die Schulnoten „sehr gut“ bis „befriedigend“. Im Herbst 2021 lag dieser Wert noch bei 96,5 Prozent. Gleichzeitig gaben 16 Prozent in der aktuellen Umfrage den langfristigen Aussichten des eigenen Betriebs die Noten „ausreichend“ bis „ungenügend“. Dies entspricht fast dem Fünffachen im Vergleich zum Herbst 2021 (3,5 Prozent).

Klima- und Artenschutz als zukünftiges Potenzial

Für das laufende Jahr sehen wir noch ein erfreuliches Wachstum. Aber auch unsere Branche ist von den Auswirkungen einer gesamtwirtschaftlichen Rezession betroffen. Gleichzeitig sind die GaLaBau-Mitgliedsbetriebe grundsätzlich gesund. Denn viele haben die guten Jahre für Investitionen genutzt: in moderne Prozesse, neue Technik und Maschinen, Digitalisierung und professionelle Kommunikation sowie in die Aus- und Weiterbildung. Zudem haben unsere Geschäftsfelder Auftragspotenzial für Jahrzehnte, nicht zuletzt durch die Jahrhundertaufgabe Klima- und Artenschutz. Hier liefert unsere Branche Lösungen: begrünte Fassaden und Solardächer, klimaresiliente Pflanzkonzepte, Wassermanagement, sowie klimaneutrale (oder sogar klimapositive) Grünkonzepte, sowohl für öffentliche als auch für gewerbliche Auftraggeber. In diesem Zusammenhang macht sich der BGL auf Bundesebene weiter für die Anliegen der Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner stark: von der Forderung nach der grünen Milliarde für mehr gepflegtes Stadtgrün, über das Thema Preisgleitklausel, bis zu Hilfen für GaLaBau-Unternehmen bei Investitionen in alternative Mobilität und erneuerbare Energien.

08.11.2022

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