Allgemeines, Pflanzen und Pflanzenteile, Pflanzgefäße und Pflanzsysteme

Textiles Abstandsgewirk als Wachstumsgrundlage für Pflanzen

Ein innovatives textiles Abstandsgewirk, entwickelt von Henrike von Besser und Jennifer Elze, ermöglicht Pflanzenwachstum in verschiedenen Umgebungen. Das Projekt wurde mit dem Innovationspreis textil + mode 2011 ausgezeichnet und bietet eine neuartige Basis für Flora.

Innovative Lösung für Pflanzenwachstum in urbanen und ländlichen Räumen

Ein textiles Abstandsgewirk, entwickelt von Henrike von Besser und Jennifer Elze, soll das Wachstum von Pflanzen in unterschiedlichen Umgebungen ermöglichen. Das Projekt der beiden Studentinnen des Studiengangs Textile and Clothing Management an der Hochschule Niederrhein wurde mit dem Innovationspreis textil + mode 2011 ausgezeichnet.

Das Gewirk ist darauf ausgelegt, eine Wachstumsgrundlage für diverse Pflanzenarten zu schaffen. Die Entwicklerinnen verfolgten das Ziel, bestehende technische Möglichkeiten zu kombinieren, um eine neuartige Basis für Flora sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum zu entwickeln. Das aus kompostierbaren Fasern bestehende Gewirk ist unabhängig von der Beschaffenheit des natürlichen Untergrunds und kann auf verschiedenen Flächen wie Böden, Dächern und Wänden installiert werden.

Anwendungsbereiche und technische Details

Potenzielle Anwendungsbereiche umfassen Städte mit geringem Grünanteil, Flüchtlingslager oder ausgelaugte und kontaminierte Böden, die den Anbau von Nutzpflanzen erschweren würden. In die gitterartig verwirkten Matten sind Polyesterfäden integriert. Diese sollen nach dem Verrotten des Gewirks für Stabilität sorgen und den Pflanzen weiterhin Halt bieten. Die notwendigen Nährstoffe sind im Textil eingelagert und werden sukzessive von den Pflanzen aufgenommen. Ein integriertes Bewässerungssystem ist ebenfalls vorhanden. Eine Beschichtung verhindert dabei das Ablaufen des Wassers in das darunterliegende Erdreich.

Der Prototyp des Gewirks existiert derzeit im Labormaßstab und demonstriert die Funktionsweise der Konstruktion. Die Entwicklerinnen suchen nach einem Industriepartner zur praktischen Umsetzung ihrer Idee.

Die deutsche Textilforschung ist mit über 1.100 Wissenschaftlern und Forschern gut aufgestellt, zumal der kreative Nachwuchs oft schon während des Studiums von unseren Instituten mit praxisbezogenen Themen herausgefordert wird.

Dies kommentierte Dr. Klaus Jansen, Koordinator der Zukunftsprojekte an den 16 deutschen Textilforschungsinstituten.

10.08.2011

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