Positive Geschäftsentwicklung und Rekordjahr 2010
Die Hagebau, eine Kooperation europäischer Baustoff-, Holz- und Fliesenfachhändler sowie Baumarktbetreiber, verzeichnete in den ersten fünf Monaten des Jahres 2011 einen deutlichen Aufwärtstrend. Die Gruppenerlöse erreichten bis Ende Mai 2,17 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der zentral fakturierte Umsatz der Hagebau Deutschland, der auch Erlöse aus der Schweiz, Luxemburg, dem österreichischen Holz- und Einzelhandel sowie den Zentrallägern umfasst, stieg um 24,9 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro.
Dieses Wachstum wurde durch günstige Witterungsbedingungen für die Bauwirtschaft und eine positive Konjunkturentwicklung begünstigt. Im Fachhandel erhöhte sich der zentral fakturierte Umsatz um 32 Prozent. Der Baustoffhandel verzeichnete ein Plus von 34,5 Prozent, während die Fliesensparte das Vorjahresniveau um 18,8 Prozent übertraf. Der Holzhandel entwickelte sich ebenfalls positiv mit einem Umsatz von 252 Millionen Euro bei reinen Holzsortimenten, was einem Zuwachs von 26,2 Prozent entspricht. Im Hagebau Einzelhandel stieg der zentral fakturierte Umsatz um 16,8 Prozent.
Wir haben in der Zeit der Krise die Weichen richtig gestellt und können jetzt die Früchte ernten.
Dies erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Hartmut Richter. Er merkte an, dass abzuwarten bleibe, ob sich der positive Trend in den kommenden Monaten fortsetze.
Dr. Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group, sprach auf der Gesellschafterversammlung über nachhaltige Unternehmensstrategien. Er betonte die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Umwelt als Grundlage für unternehmerischen Erfolg. Bezüglich des Joint Ventures mit der Hagebau im DIY-Multichannel-Geschäft hob er hervor:
Im Multichannel-Geschäft mit DIY-Produkten haben wir einen bedeutenden Innovationsvorsprung. Die Konkurrenz fängt damit jetzt erst an.
Das Jahr 2010 wurde als das umsatz- und ergebnisstärkste in der 46-jährigen Geschichte der Verbundgruppe gefeiert. Die Erlöse stiegen auf 4,44 Milliarden Euro (+8,1 Prozent), und der zentral fakturierte Umsatz der Hagebau Deutschland erhöhte sich um 8,5 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro. Die Zahl der Gesellschafter stieg 2010 auf 296 mit 1.373 Betriebsstätten. Diese Entwicklung setzte sich in den ersten fünf Monaten 2011 fort, sodass die Hagebau Gruppe aktuell 299 Gesellschafter mit 1.407 Betriebsstätten zählt.
Strategische Erweiterung und Gesellschafterzuwachs
Die Hagebau plant einen weiteren Gesellschafterzuwachs. Der Beitritt von 36 österreichischen Gesellschaftern zur Hagebau Soltau ist für den 1. Januar 2012 vorgesehen. Weitere Neuaufnahmen werden zum 1. Januar 2013 erwartet, wenn die Kündigung des ZEUS Kooperationsvertrages mit E/D/E und EK/servicegroup wirksam wird. Die Hagebau rechnet damit, dass dann mehrere Holz- und Einzelhändler von E/D/E und EK/servicegroup zur Hagebau wechseln werden.
Für diese Zielgruppe wurden die Aufnahmekriterien angepasst, unter anderem durch eine Herabsetzung der Umsatzgrenze. Hartmut Richter erklärte:
Damit geben wir den teilweise verunsicherten ZEUS Partnern eine Perspektive für die Zeit nach dem 31.12.2012. Gleichzeitig schärft die Hagebau ihr mittelständisches Profil.
Die Neuzugänge sollen auch die Fortführung des Kleinflächen-Konzepts ermöglichen. Für Hagebau-Gesellschafter, die einen Profi-Fachmarkt betreiben und direkte Vertragspartner des E/D/E sind, sollen Alternativen und ein eigenes Konzept entwickelt werden. Eine Doppelmitgliedschaft in Bereichen, in denen die Hagebau selbst aktiv ist, wird abgelehnt. Neue Gesellschafter im Einzelhandel müssen sich verpflichten, alle ihre Märkte in Hagebau Franchisesysteme einzubringen, sobald dies vertraglich möglich ist.
Heribert Gondert, Sprecher der Hagebau Geschäftsführung, betonte die Bedeutung des Zuwachses an neuen Gesellschaftern als entscheidenden Erfolgsfaktor. Er forderte ein gezieltes weiteres Wachstum und eine verstärkte Öffnung für passende Gruppen. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg sei das umfassende Dienstleistungsportfolio der Verbundgruppe, das 2010 ausgebaut wurde. Die Hagebau stockte 2010 ihr Eigenkapital um 7,6 Millionen Euro auf, wodurch die Eigenkapitalquote von 20,7 auf 21,5 Prozent stieg. Dies ermöglichte die Vergabe von 200 Millionen Euro Refinanzierungslinien an die Gesellschafter.
Entwicklungen im Fachhandel und Einzelhandel
Hartmut Goldboom, Geschäftsführer, hob die positive Entwicklung im Hagebau Fachhandel hervor. Der zentral fakturierte Umsatz im Baustoffhandel stieg 2010 um 12 Prozent, im Holzhandel um 17,9 Prozent und im Fliesenhandel um 6,7 Prozent. Die Bonusquote konnte verbessert werden. Das Konzept der Spezialisierung 2.0, das sich im Baustoffhandel bewährt hat, soll auf die Vertriebssysteme des Holzhandels übertragen werden. Goldboom verwies auf Synergieeffekte durch die Umorganisation in der Hagebau Zentrale gemäß der Hagebau Strategie 2014.
Der neu gebildete Fachhandelsbereich "Operatives Geschäft" brachte den Gesellschaftern unterjährig zusätzliche Boni. Im Strategischen Einkauf wurden im Bereich Baustoffe/Fliese Schritte in Richtung Europabonus unternommen. Die Strategie 2014 führte zur Bildung Regionaler und Internationaler Repräsentanzen, um die Gesellschafter vor Ort stärker zu betreuen.
Michael Baumgardt, Hagebau Geschäftsführer Einzelhandel und Geschäftsführer der ZEUS, berichtete über die ertragsorientierte Entwicklung der Hagebaumärkte im Jahr 2010. Die Kassenspanne und der Rohertrag stiegen auf Rekordwerte. Der Nettoverkaufsumsatz erhöhte sich 2010 um 0,2 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Für 2011 erwartet Baumgardt ein Umsatzplus von mindestens 4 Prozent, nachdem die Verkaufserlöse in den ersten fünf Monaten um 8 Prozent gesteigert werden konnten.
Das Beteiligungsunternehmen Baumarkt Direkt, das gemeinsam mit der Otto Group das Multichannel-Geschäft betreut, verzeichnete 2010/2011 ein erfolgreiches Jahr. Der Umsatz stieg um fast 18 Prozent, wobei der Vertragspartner Otto einen stärkeren Anteil am Wachstum hatte. Die Hagebau hat ein Konzept erarbeitet, um ihren Partnerumsatz bis 2013/2014 um 68 Prozent zu erhöhen, insbesondere durch die Steigerung des Bestellumsatzes der Hagebaumärkte und das Wachstum des Online-Geschäfts.
Änderung im Gesellschaftervertrag
Die Versammlung entlastete den Aufsichtsrat und beschloss einstimmig eine Änderung des Hagebau Gesellschaftervertrages. Die Anzahl der Stimmen eines Gesellschafters orientiert sich nun an der Höhe der Kommanditeinlagen und nicht mehr an der Zahl der gehaltenen Kommanditanteile. Der Einfluss auf die Hagebau KG bleibt jedoch mit steigendem Kapital eines Gesellschafters auf 5 Prozent aller Stimmen begrenzt.
