Hintergrund und Notwendigkeit einer übergreifenden Strategie zur Stickstoffminderung
Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, eine nationale Stickstoffminderungsstrategie zu erarbeiten, um die schädlichen Emissionen zum Schutz von Mensch, Natur und Umwelt auf ein umweltverträgliches Maß zu reduzieren. Die bestehenden Minderungsmaßnahmen haben bisher nicht zu einer ausreichenden Reduzierung der Emissionen geführt. Infolge dessen sind wir mit verschiedensten Vertragsverletzungsverfahren der EU konfrontiert. Wir brauchen eine sektorenübergreifende integrierte Strategie, mit der wir darlegen, wie wir das Problem in den Griff bekommen wollen.
Die jährliche Umwandlungsrate in reaktiven Stickstoff durch anthropogene Prozesse hat sich in Europa in den letzten 100 Jahren vervierfacht. Dies ist hauptsächlich auf die Herstellung mineralischer Dünger und die Verbrennung von Treib- und Brennstoffen zurückzuführen. Während der Nutzen mineralischer Dünger durch zusätzliche Ernteerträge EU-weit auf 20 bis 80 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt wird, stehen dem gesellschaftliche Kosten von 70 bis 320 Milliarden Euro gegenüber. Davon entfallen 60 Prozent auf gesundheitliche Schäden, 35 Prozent auf Schäden an Ökosystemen und 5 Prozent auf Auswirkungen auf das Klima.
Dialogforen zur Strategieentwicklung und Einbindung von Interessengruppen
Zur Anregung einer breiten Diskussion über die Stickstoffminderung hat das Bundesumweltministerium zwei Dialogforen veranstaltet. Dort diskutierten verschiedene Interessenvertreter Handlungsoptionen, Interessenkonflikte und Synergien.
Das erste Forum befasste sich mit der Frage „Stickstoffemissionen deutlich mindern: Wie können wir Mobilität, Energie und Wohnen stickstoffarm gestalten?“. Das zweite Dialogforum thematisierte „Wie können wir uns stickstoffarm ernähren und gesund leben?“. An diesen Foren nahmen Vertreter aus den Bereichen Verkehr, Energiewirtschaft, Gesundheitswesen, Verbraucherschutz sowie von Natur- und Umweltschutzorganisationen teil. Zwei weitere Foren sind für Juli und September geplant. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden in die Stickstoffminderungsstrategie einfließen und auf der Internetseite des BMUB veröffentlicht.
