Charta hebt Bedeutung urbaner Grünflächen für Klima, Gesundheit und Stadtentwicklung hervor
Im Rahmen einer Kabinettssitzung auf der Landesgartenschau in Gießen hat der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen die „Charta Zukunft Stadt und Grün“ an Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht. Damit rückt die Branche die Bedeutung urbaner Grünflächen stärker in den politischen Fokus.
Städtisches Grün erfüllt vielfältige Funktionen: Es trägt zur Förderung der Biodiversität bei, unterstützt die Gesundheit der Bevölkerung und dient als sozialer Begegnungsraum. Gleichzeitig gewinnt es als Standortfaktor für lebenswerte Städte sowie zur Bewältigung klimatischer Herausforderungen zunehmend an Bedeutung.
Grünflächen als Instrument der Stadtentwicklung
Die beteiligten Verbände betonen die Rolle von Grünprojekten als integralen Bestandteil moderner Stadtentwicklung. Landesgartenschauen gelten dabei als wirkungsvolle Instrumente, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Effekte miteinander verbinden.
„Wir zeigen darin auf, welche Bedeutung unsere städtischen Grünflächen für das Artenreichtum, für die Gesundheit der Menschen, als Begegnungsstätte, als Standortfaktor für eine attraktive Stadt und für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels haben“
Um diese Effekte auch kleineren Kommunen zugänglich zu machen, wird die Umsetzung kompakterer Grünprojekte vorgeschlagen. Diese könnten in einem vierjährigen Rhythmus realisiert werden und gezielt ökologische sowie gestalterische Aspekte berücksichtigen.
„Um auch kleineren Städten die Möglichkeit zu eröffnen, Grünzonen nach umweltpolitischen, gartenbaulichen und ökologischen Gesichtspunkten zu gestalten schlägt der gärtnerische Berufsstand vor, zeitlich und räumlich kompaktere Grünprojekte im vierjährigem Rhythmus in Hessen durchzuführen“
Landesgartenschauen mit langfristiger Wirkung
Die aktuelle Landesgartenschau in Gießen dient als Beispiel für die nachhaltige Entwicklung urbaner Räume. Bereits während der laufenden Veranstaltung wird die nächste Schau in Bad Schwalbach vorbereitet, wodurch die kontinuierliche Weiterentwicklung grüner Infrastruktur gesichert werden soll.
Im Garten- und Landschaftsbau engagieren sich in Hessen und Thüringen rund 300 Betriebe mit etwa 8.500 Beschäftigten. Der Verband blickt dabei auf eine Entwicklung zurück, die ihren Ursprung im Jahr 1964 mit der Gründung des Fachverbandes Südhessischer Landschaftsgärtner nahm und 1991 in der Zusammenführung mit dem thüringischen Verband mündete.
Die Initiative unterstreicht den Anspruch der Branche, aktiv an der Gestaltung klimaresilienter und lebenswerter Städte mitzuwirken und entsprechende Impulse in die politische Entscheidungsfindung einzubringen.
