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Neues Phytotechnikum in Hohenheim: Fortschritt für die Pflanzenforschung

Die Universität Hohenheim erhält ein hochmodernes Phytotechnikum, ein High-Tech-Gewächshaus mit computergesteuerter Technik. Es soll die Pflanzenforschung voranbringen und die Effizienz steigern. Die Finanzierung erfolgt durch die Carl-Zeiss-Stiftung und das Land Baden-Württemberg.

Modernste Infrastruktur für die Pflanzenwissenschaften

Die Universität Hohenheim in Stuttgart erhält ein neues Phytotechnikum. Dieses zweischiffige High-Tech-Gewächshaus, ausgestattet mit computergesteuerter Technik und modularer Flächenaufteilung, soll ab Herbst 2018 Teile der bisher über den Campus verteilten Einzelgewächshäuser ersetzen. Eine Erweiterung der Gewächshausfläche auf insgesamt rund 6.000 Quadratmeter ist in zwei weiteren Bauabschnitten geplant.

Die Finanzierung des Neubaus wird durch eine Spende der Carl-Zeiss-Stiftung in Höhe von rund 4 Millionen Euro ermöglicht. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit einem gleichen Betrag, die Universität Hohenheim steuert 300.000 Euro bei. Der Spatenstich fand am 4. Mai 2017 im Beisein von Landesfinanzministerin Edith Sitzmann und Dr. Simone Schwanitz vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg statt.

Forschung unter optimalen Bedingungen

Die Pflanzenforschung in Hohenheim befasst sich mit Themen wie Bioökonomie, Ernährungssicherung und dem Kampf gegen Dürren und Klimawandel. Bislang erschwerten technisch veraltete und teilweise baufällige Gewächshäuser diese Arbeit. Das neue Phytotechnikum soll den Forschenden ab Herbst 2018 eine moderne Arbeitsumgebung bieten. Die alten Gewächshäuser werden sukzessive abgerissen.

Das Phytotechnikum ist ein zentraler Baustein für unsere wichtigsten Forschungsschwerpunkte und trägt letztlich zur Lösung globaler Menschheitsprobleme bei.

sagte Unirektor Prof. Dr. Stephan Dabbert. Das Gewächshaus wird unter anderem von den Mitgliedern des AGER-Netzwerkes genutzt, das sich mit Dürren als Folge des Klimawandels und dem Zusammenspiel von Mensch, Pflanze und Klima befasst.

Effizienzsteigerung und Wettbewerbsfähigkeit

Landesfinanzministerin Edith Sitzmann hob die Vorteile der neuen Anlage hervor:

Bislang sind die Gewächshäuser auf dem gesamten Campus verteilt. Mit dem Neubau an der Filderhauptstraße bündeln wir künftig die Gewächshausflächen. Statt derzeit rund 13.000 Quadratmetern Fläche sind künftig nur noch 6.000 Quadratmeter notwendig. Damit erreichen wir eine hohe Effizienz, was die eingesparten Flächen und Kosten angeht.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer betonte den Zugewinn für die Forschung:

Das neue Gewächshaus ermöglicht ein modernes Forschen und Lehren und bringt gleichzeitig Grundlagenforschung und Praxis näher zusammen. Die Pflanzenwissenschaften in Hohenheim können durch die Investition ihre Wettbewerbsfähigkeit halten, werden international noch sichtbarer und für Nachwuchswissenschaftler noch interessanter.

Bau und Ausstattung

Im ersten Bauabschnitt entstehen auf 1.400 Quadratmetern zwei Gewächshausschiffe. Diese sind durch ein Gebäude mit Laboren, Schulungs- und Serviceräumen auf rund 400 Quadratmetern verbunden. Der Komplex soll in zwei weiteren Bauabschnitten auf insgesamt 8.200 Quadratmeter erweitert werden. Geplant sind zusätzliche 4.400 Quadratmeter Gewächshausflächen sowie Klimakammern, Lagerräume und ein Quarantänebereich. Prof. Dr. Dabbert äußerte die Hoffnung, dass die weiteren Bauabschnitte bald realisiert werden können.

Das neue Gewächshaus zeichnet sich durch seine Flexibilität aus. Modulare Einzelelemente ermöglichen die Zusammenstellung verschieden großer Einheiten, wodurch Parzellen zwischen 10 und 100 Quadratmetern entstehen und der Platz optimal genutzt wird. Die Bündelung der Gewächshäuser zu einem zentralen Komplex soll die Forschung effizienter gestalten, da Gewächshausflächen, Labore, Seminarräume und Wartungsgeräte in unmittelbarer Nähe zueinander liegen.

Die Technik im Inneren des Gewächshauses entspricht dem neuesten Stand. Dazu gehören computergesteuerte Klimaregelung und Bewässerungsautomatik, Feinregelung für Lichtstärke, Luftfeuchtigkeit und Temperatur sowie variable Beleuchtungstechnik. Eine niedrige Energiebilanz wird durch die Heizung über ein eigenes Fernwärmenetz, eine Photovoltaik-Anlage auf den Dachflächen und Energieschirme im Gebäudeinneren erreicht. Das Finanzministerium rechnet mit jährlichen Einsparungen von rund 670 Megawattstunden beim Wärmeverbrauch und 130 Tonnen weniger CO2-Emissionen. Ein Wassermanagementsystem mit Zisternen fängt Regenwasser auf, das zur Kühlung des Autoklaven und zur Bewässerung der Pflanzen genutzt wird.

05.05.2017

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