Klima- und Umweltschutz

Klimawandel: GaLaBau fordert mehr vorbeugenden Klimaschutz

Der GaLaBau fordert angesichts der Klimawandelfolgen mehr vorbeugenden Klimaschutz. Eine Studie beziffert die jährlichen Schäden in Deutschland auf 6,6 Milliarden Euro. Investitionen in wirksame Gegenmaßnahmen sind dringend nötig, um Krisen zu mindern.

Wirtschaftliche Folgen und die Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen

Die Auswirkungen des Klimawandels, wie Hitze, Dürre und Starkregen, führen zu erheblichen Belastungen und wirtschaftlichen Schäden. Eine Studie des Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministeriums (BMWK) beziffert die jährlichen Schäden in Deutschland auf rund 6,6 Milliarden Euro, mit einer Gesamtsumme von über 80 Milliarden Euro. Diese Zahlen umfassen direkte Schäden an Gebäuden, Infrastruktur sowie in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch indirekte Kosten wie verringerte Arbeitsproduktivität.

Josef Mennigmann, Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen (VGL NRW) e.V., betont die Notwendigkeit von Investitionen in wirksame Gegenmaßnahmen. Er erinnert an die Hilfsaktionen von GaLaBau-Betrieben nach den Flutkatastrophen 2021 und unterstreicht die Dringlichkeit, Krisen zukünftig zu vermeiden oder zumindest zu mindern.

Die Schwammstadt als Konzept für optimiertes Wassermanagement

Ein zentrales Konzept zur Anpassung an den Klimawandel ist die sogenannte Schwammstadt. Ziel ist es, Regenwasser nicht direkt in die Kanalisation abzuleiten, sondern zu speichern und zu nutzen. Dies ermöglicht einen Ausgleich zwischen Wasserüberschuss und -mangel. Dafür sind entsprechend gestaltete Außenbereiche erforderlich, die eine Kombination aus Rückhalt, Entsiegelung, Abkopplung, Versickerung und Verdunstung von Regenwasser umfassen.

Nadja Kreuz, Präsidiumsmitglied im VGL NRW und GaLaBau-Unternehmerin, beobachtet eine steigende Sensibilität bei privaten Gartenbesitzern. Diese fragen vermehrt nach Dach- und Fassadenbegrünungen, Zisternen oder Gartenteichen zur Regenwasserspeicherung sowie wasserdurchlässigen Oberflächen für Einfahrten und Vorgärten.

Städte in der Verantwortung: Förderprogramme und Hitzeaktionspläne

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) warnt angesichts anhaltender Trockenheit vor möglichen Wasserknappheiten. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB, empfiehlt Privathaushalten, Regenwasser aufzufangen, um möglichen kommunalen Verwendungsverbote vorzubeugen. Er fordert zudem kommunale Hitzeaktionspläne und die Etablierung grüner Klimaoasen in Städten zum Schutz der Bevölkerung.

Viele Städte in Nordrhein-Westfalen engagieren sich bereits für dezentrale Lösungen im Regenwassermanagement. Sie entwickeln eigene Förderprogramme und Beratungsangebote für Bürger. Ein Beispiel ist die Stadt Dortmund, die Dachbegrünungen und die Entsiegelung befestigter Flächen auf Privatgrundstücken finanziell unterstützt. Ziel ist es, den natürlichen Wasserkreislauf zu stärken, damit Regenwasser vor Ort versickert und in Trockenzeiten verdunstet.

Wir empfehlen den Kommunen, das Wassermanagement nicht als Niederschlagswasserbeseitigung zu sehen, sondern proaktiv ein schlüssiges Konzept für die temporäre Speicherung und Nutzung zu entwickeln. Das Stadtgrün braucht Wasser und je mehr Verdunstung stattfindet, umso angenehmer ist das Stadtklima!

Gemeinsame Anstrengungen für ein klimaresilientes NRW

Besonders im dicht besiedelten NRW sind Anpassungen der grün-blauen Infrastruktur der Städte dringend erforderlich. Mennigmann verweist auf die Expertise der über 1.000 Mitgliedsbetriebe des GaLaBaus in NRW.

Maßnahmen wie die Kombination von Dachbegrünung und Photovoltaik, der Umbau des Stadtgrüns mit klimaangepassten Pflanzen, die Renaturierung von Wasserläufen und Uferzonen sowie die Digitalisierung der Betriebe und der Wandel der Fahrzeug- und Maschinenausstattung hin zu Akkuantrieben tragen dazu bei, NRW klimaresilient zu machen. Der GaLaBau sieht hier in Zusammenarbeit mit anderen grünen Verbänden, Städten, Gemeinden und der Landespolitik große Aufgaben und zielführende Lösungen.

29.07.2022

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