Xanthohumol: Eigenschaften und Forschungsergebnisse
Der sekundäre Pflanzenstoff Xanthohumol wird in der Lupulindrüse der weiblichen Hopfendolde angereichert. Bereits im Jahr 2002 identifizierten Forscher Xanthohumol als eine Breitspektrum-Substanz, die in der Lage ist, verschiedene Radikale zu eliminieren. Zudem zeigt die Substanz Wirksamkeit bei der Umwandlung von Enzymen, die am Prozess der Krebsentstehung beteiligt sind.
Ursprünglich wurde Xanthohumol als effektive entzündungshemmende Substanz charakterisiert. In zahlreichen Tests, die bisher in Tierversuchen und im Reagenzglas durchgeführt wurden, zeigte Xanthohumol ein auf verschiedene Weisen wirksames antikanzerogenes Potenzial.
Potenzielle Auswirkungen auf den Hopfenanbau
Die Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG) in Wolnzach berichtet von ersten Anzeichen, dass Pharma-Unternehmen Interesse an diesem Stoff zeigen. Während sich Hopfen zu Beginn des letzten Jahrtausends durch seine konservierende Wirkung im Bier etablierte, spielt diese Eigenschaft heute eine untergeordnete Rolle. Aktuell stehen die aroma- und geschmacksgebenden Eigenschaften des Hopfens im Vordergrund, insbesondere im Wettbewerb der Brauindustrie.
Eine potenzielle pharmazeutische Nutzung der Hopfeninhaltsstoffe könnte sich positiv auf den Hopfenanbau auswirken. Die Forscher des Krebsforschungsinstituts in Heidelberg weisen jedoch darauf hin, dass für eine krebspräventive Wirkung durch Bierkonsum täglich etwa 800 Liter getrunken werden müssten, was unrealistisch ist.
