Aktuelle Entwicklung der Preiserwartungen in einzelnen Sektoren
„Die Preisanhebungswelle dürfte damit ihren Scheitelpunkt bereits überschritten haben“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.
Preiserhöhungen konzentrieren sich weiterhin auf den Einzelhandel und konsumnahe Dienstleistungen. Im Einzelhandel sanken die Preispläne von 48,7 auf 43,2 Punkte, bei den konsumnahen Dienstleistern von 43,2 auf 36,3 Punkte. In einigen Bereichen des Einzelhandels stiegen die Preiserwartungen jedoch wieder an.
Betroffen sind hier Nahrungsmittel und Getränke (von 64,8 auf 69,9 Punkte), Computer- und Software (von 22,3 auf 57,9 Punkte), Fahrräder (von 22,9 auf 30 Punkte) sowie Informations- und Kommunikationstechnik (von 33,3 auf 37,3 Punkte). Weniger Preisanhebungen planen hingegen Gastwirte (von 46,8 auf 36,6 Punkte), Baumärkte (von 53,1 auf 33,4 Punkte), Autohändler (von 27,6 auf 16,3 Punkte) und Einzelhändler im Bereich der Unterhaltungselektronik (von 28,0 auf 8,9 Punkte).
Situation im Produzierenden Gewerbe und Baugewerbe
Im Produzierenden Gewerbe sind weniger Preisanhebungen geplant. Die Preiserwartungen im Baugewerbe gingen von 6,6 auf 5,0 Punkte zurück, im Verarbeitenden Gewerbe von 17,7 auf 12,4 Punkte.
Eine kleine Mehrheit der Industrieunternehmen beabsichtigt weiterhin Preiserhöhungen, insbesondere Bekleidungshersteller (plus 60,8 Punkte, nach 47,4 im März) und die Elektroindustrie (plus 25,9 Punkte, nach 35,1). Gleichzeitig steigt der Anteil der Industriebranchen, die Preissenkungen planen. Dazu gehören das Papiergewerbe (minus 74,0 Punkte, nach minus 68,8), Hersteller von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (minus 26,2 Punkte, nach minus 8,0) sowie die chemische Industrie (minus 23,0 Punkte, nach minus 13,1).
Erläuterung der ifo Preiserwartungen und Ausblick
Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben den Saldo der Unternehmen an, die ihre Preise erhöhen wollen. Dieser Saldo ergibt sich, indem der prozentuale Anteil der Unternehmen, die Preissenkungen beabsichtigen, vom prozentualen Anteil der Unternehmen abgezogen wird, die Preisanhebungen planen. Ein Saldo von plus 100 Punkten würde bedeuten, dass alle befragten Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen, während minus 100 Punkte bedeuten würden, dass alle ihre Preise senken wollen. Der Saldo wird saisonbereinigt ermittelt. Das ifo Institut erfragt nicht die Höhe der geplanten Preisänderungen.
„Daher dürfte die Inflation in den kommenden Monaten nur sehr langsam zurückgehen. Vor allem die Kernrate, also der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie, wird weiter hoch bleiben“, ergänzt Wollmershäuser.
