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Übergabe Baum des Jahres 2023: Moorbirken für den Agrarausschuss

Moorbirke im Bundestag: Der Baum des Jahres 2023 steht für Klimaresilienz und die wachsende Bedeutung von Stadtgrün. Gleichzeitig fordert der BdB mehr Forschung und politische Unterstützung, um die Zukunft der deutschen Baumschulwirtschaft zu sichern.

Moorbirke im Bundestag überreicht

Im Rahmen einer Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages wurde die Moorbirke (Betula pubescens) als Baum des Jahres 2023 überreicht. Gemeinsam mit der deutschen Baumkönigin Johanna Werk nahmen Hajo Hinrichs, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen (BdB), und Stefan Meier, Präsident der Baum des Jahres-Stiftung, die Übergabe vor.

Die Setzlinge wurden an den Ausschussvorsitzenden Hermann Färber sowie an die Mitglieder des Gremiums übergeben. Die jährliche Übergabe unterstreicht die Bedeutung von Bäumen und urbanem Grün für Gesellschaft, Klima und Landschaft.

Kältetolerant und anpassungsfähig

Mit der Moorbirke wählte die Baum des Jahres-Stiftung für 2023 den kältetolerantesten Baum Europas. Die Art zeichnet sich durch eine frühe Blühfähigkeit nach fünf bis zehn Jahren aus, kommt mit extremen Klimaverhältnissen gut zurecht und erreicht ein Alter von bis zu 80 Jahren.

Vor dem Hintergrund zunehmender Klimaveränderungen gewinnt die Auswahl klimaangepasster Baumarten weiter an Bedeutung. Die Rolle von Grünflächen wächst proportional zu den Herausforderungen durch Hitze, Trockenheit und neue Schadorganismen.

Politische Weichenstellungen für die Baumschulwirtschaft

Damit die deutsche Baumschulwirtschaft weiterhin Gehölze in hoher Qualität produzieren kann, sind aus Sicht des BdB gezielte politische Maßnahmen erforderlich. Im Gespräch mit den Ausschussmitgliedern stellte der Verband zentrale Forderungen vor.

  • Umfassende Forschungsprojekte zum Umgang mit unterschiedlichen Schädlingsgruppen
  • Ein vom Bund finanzierter Stiftungslehrstuhl zur Gehölzforschung
  • Entschädigungsmöglichkeiten bei Schäden durch Quarantäneschädiger

Quarantäneschädiger stellen für Baumschulen eine existentielle Gefahr dar. Entsprechende Absicherungen gelten daher als wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe.

„Der BdB fordert daher einen Stiftungslehrstuhl des Bundes im Bereich der Gehölzforschung. Angesichts der sich ändernden politischen Rahmenbedingungen im Bereich des Pflanzenschutzes, hinsichtlich der Wasserknappheit und neuer Schaderreger, sind wissenschaftlich fundierte Forschungen notwendig, um die qualitativ hochwertige Produktion von Baumschulgehölzen zu erhalten.“, erklärt Hajo Hinrichs, BdB-Präsident.

Auswahlverfahren des Jahresbaums

Der Baum des Jahres wird von der Baum des Jahres-Stiftung bestimmt. Einmal jährlich treffen sich Vertreterinnen und Vertreter des Kuratoriums im Herbst in Berlin, um drei Baumarten für die Abstimmung vorzuschlagen. Aus diesen wird anschließend der jeweilige Jahresbaum gewählt.

Für den Garten- & Landschaftsbau liefert die Moorbirke als robuste, klimaresiliente Art zusätzliche Impulse für die Sortimentsgestaltung und die Diskussion um zukunftsfähige Stadt- und Landschaftsbäume.

27.04.2023

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