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Materialengpässe in der Industrie verschärfen sich weiter

Materialengpässe nehmen weiter zu: 77,2 Prozent der Industrieunternehmen berichten laut ifo Institut von Beschaffungsproblemen, verstärkt durch gestörte Lieferketten und Lockdowns in China.

China-Lockdowns führt zu Beschaffungsprobleme in vielen Branchen

Die Versorgungslage in der deutschen Industrie bleibt angespannt. Nach aktuellen Daten des ifo Instituts berichten 77,2 Prozent der Unternehmen von Problemen bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im Vormonat lag dieser Wert noch bei 75,0 Prozent. Damit setzt sich der Trend zunehmender Engpässe fort.

Ursächlich für die Verschärfung sind unter anderem anhaltende Störungen in den globalen Lieferketten. Insbesondere Einschränkungen im internationalen Warenverkehr wirken sich direkt auf die Verfügbarkeit wichtiger Materialien aus.

Lockdowns in China belasten Lieferketten

Ein wesentlicher Faktor sind die zeitweisen Schließungen von Häfen in China. Diese haben die ohnehin angespannte Situation weiter verschärft und führen zu zusätzlichen Verzögerungen in der Logistik.

„Die Lieferketten stehen unter Dauerstress. Die Schließung von Häfen in China hat für viele Unternehmen die Situation weiter verschlechtert.“

Rund die Hälfte der betroffenen Unternehmen gibt an, dass die Lockdowns in China direkte Auswirkungen auf ihre Materialversorgung haben. Besonders stark betroffen ist dabei die internationale Industrieproduktion mit komplexen Zulieferstrukturen.

Maschinenbau besonders betroffen

Im Branchenvergleich zeigt sich ein differenziertes Bild. Am stärksten betroffen ist der Maschinenbau, in dem 91,5 Prozent der Unternehmen über Engpässe berichten. Auch die Elektroindustrie sowie die Automobilbranche verzeichnen weiterhin sehr hohe Belastungen mit Anteilen von rund 90 Prozent.

Deutlich geringer fällt die Betroffenheit in der chemischen Industrie aus, wo 58,7 Prozent der Unternehmen Probleme melden. Bei Nahrungsmittelherstellern hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt, bleibt jedoch weiterhin angespannt.

Auswirkungen auf Bau- und GaLaBau-nahe Bereiche

Die anhaltenden Materialengpässe wirken sich auch auf vor- und nachgelagerte Branchen aus. Verzögerungen bei Maschinen, Komponenten oder Rohstoffen können Projekte im Garten- und Landschaftsbau ebenso beeinflussen wie Bau- und Infrastrukturmaßnahmen insgesamt.

Die gestörten Lieferketten dürften die wirtschaftliche Erholung in vielen Bereichen weiter verzögern. Unternehmen sind zunehmend gefordert, alternative Beschaffungsstrategien zu entwickeln und ihre Prozesse an die volatile Versorgungslage anzupassen.

30.05.2022

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